Finanzdienstleister Maschmeyers AWD ist bald Geschichte

Der von Carsten Maschmeyer gegründete Finanzdienstleister AWD kämpft mit seinem schlechten Image und soll auf Druck der Muttergesellschaft umbenannt werden. Der neue Name steht wohl schon fest.
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Arbeiter installieren an der Firmenzentrale des Finanzdienstleisters AWD in Hannover ein neues Firmenlogo. Quelle: dapd

Arbeiter installieren an der Firmenzentrale des Finanzdienstleisters AWD in Hannover ein neues Firmenlogo.

(Foto: dapd)

HamburgDer Name des Finanzberatungsunternehmens AWD ist laut "Spiegel" bald Geschichte. Die von Carsten Maschmeyer gegründete Firma solle Ende November mit der Deutschland-Niederlassung der Schweizer Muttergesellschaft Swiss Life fusionieren und die Finanzprodukte künftig wohl unter der Bezeichnung "Swiss Life Best Select" vertreiben, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Insider vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Der Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns Swiss Life werde noch in dieser Woche die Namenstilgung beschließen. Der AWD war in den vergangenen Jahren durch eine Klagewelle von Kunden in die Schlagzeilen geraten. Swiss Life hofft laut "Spiegel", mit einem neuen Namen das schlechte Image des AWD abstreifen zu können. Internen Kritikern erfolge die Umbenennung allerdings zum falschen Zeitpunkt, da noch hunderte Schadenersatzklagen anhängig seien - und diese auch mit dem neuen Namen in Verbindung gebracht würden.

Eine Umbenennungen sei "reine Spekulation", die das Unternehmen nicht kommentieren wolle, hieß es dem Bericht zufolge beim AWD. Der Finanzdienstleister war in den 80er Jahren von Maschmeyer gegründet worden, der lange Jahre Co-Chef des Unternehmens war. 2009 schied er aus - zuvor hatte seine Familie ihre Aktienbeteiligung für 1,2 Milliarden Euro an AWD an Swiss Life verkauft.

Der Finanzvertrieb war in den Sog der Krise geraten, Umsatz und Ergebnis brachen ein und die Kundenberater liefen davon. Von den Zielen - dieses Jahr hätte AWD wieder 80 bis 100 Millionen Euro Betriebsgewinn abliefern sollen - hat sich Swiss Life lange verabschiedet. Zudem kosten Rechtsstreitigkeiten in Deutschland und Österreich, wo die Behörden die Vertriebspraktiken des Unternehmens untersuchen, viel Geld.

Zum Halbjahr stand die Firma mit 764 Millionen Franken (634 Millionen Euro) in den Büchern der Schweizer. Weitere Wertberichtigungen wollte Finanzchef Thomas Buess nicht ausschließen - es könne sein, dass der Wert angepasst werden müsse, wenn der Konzern im November seine neuen Finanzziele veröffentlicht, hatte er im August gesagt.

  • afp
  • rtr
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12 Kommentare zu "Finanzdienstleister: Maschmeyers AWD ist bald Geschichte"

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  • Wenn sich Swiss Life nicht gegen Maschmeyers Leichen im Keller abgesichert hat, dann sollte der für die Akquisition verantwortliche Vorstand bzw. das verantwortliche Gremium abberufen werden. Da war man wohl etwas zu gierig diese vermeintliche Goldgrube etwas genauer zu prüfen und Maschmeyer lacht sich ins Fäustchen. Wenn eine Versicherung an ihrer Gier erstickt dann soll mir das recht sein.

  • Na, da geht die Bandenwerbung demnächst über 270° ...

  • ...und was wird aus der "AWD-Arena"? Die "wir-zocken -unsere-Kunden-nicht-mehr-mit-gschlossenen-Fonds-ab-ARENA"?

    Gruß Süddeutscher

  • Viele angeschlagene Eltern geben ihren bösen Kindern derzeit neue Namen ...

    Eine deutlich angeschlagene ERGO benennt ihr böses Kind HMI recht kostenneutral und unspektakulär ERGO Pro.

    Warum soll dann eine SwissLife ihr böses Kind nicht etwas kostenintensiver Swiss Life Best Select nennen dürfen.

    Wird dann wohl nur bei Banden- und Trikotwerbung etwas problematisch.

    Aber bei allen Versuchen, den ganzen (höchst ekligen) Mief wird man auch nach dieser und auh nach weiteren Umbenennungen nie wieder los werden.

    Was mich ärgert ist dann eher die an und für sich gut gemeinte Aktion »Ehrbarer Kaufmann«.

    Nachdem hier inzwischen Mitarbeiter sämtlicher Strukturvertriebe in recht hoher Anzahl vertreten sind kann man deren gut gemeinten Ziele getrost ad acta legen.

    Dieses Gütesiegel ist bereits auf ewig verbrannt bevor es überhaupt richtig aufgelegt war.

    Wenn eine SwissLife schlau ist gibt sie ihr Kind nach Umbenennung schnellstens zur Adoption frei.

    Ob´s vielleicht am roten Logo liegen mag ...

    Es grüßt Sie herzlich

    Ihr Versicherungsmaklerbureau

  • @Arn

    Nein, Targo-Bank gehört zur französischen Credit-Mutuel. An diese hatte die Citigroup ihre deutsche Tochter Citibank verkauft.
    Allerdings hat die Citibank Versicherungen für die Talanx verkauft.

  • Die Umbenennung von AWD ist eine Flucht und das Eingeständnis eines seit Jahren amtierenden Missmanagements, welches auf Strategien der McKinseys entstand. Anstelle einer Umbenennung wäre es ehrlicher wenn die Herren wie Rolf Dörig, Gerold Bührer und Bruno Pfister die Swiss Life verlassen müssten. Tafelsilber wurde verscherbelt und AWD aquiriert. Dem Kerngeschäft wurde Substanz entzogen und viel Know How vernichtet. Top Kader und viele Mitarbeiter mussten dadurch entlassen werden. Swiss Life hat seit Jahren keine klare Strategie. sf eco hat dies in mehreren Beiträgen wie bspw. "WRAPPER" und "Das verlorene Jahrzehnt" aufgezeigt. Die Swiss Life hat sich auf die Fahne geschrieben "SICHERHEIT EIN LEBEN LANG" - die Frage ist nur für wen? Bei der alten Rentenanstalt war Vertrauen, Zuverlässig- und Menschlichkeit was zum Erfolg führte. Mit den McKinseys ging’s bergab und das Vertrauen war und bleibt zerstört. Deshalb wird AWD auch mit einer Umbenennung seinen schlechten Ruf nie los.

  • PS: Targo gehört auch zu Talanx

  • die reinste Hannover Mafia ist das. DIe Fäden laufen beim Talanx zusammen, bei dem Wulff schon den ersten Spatenstich für´s neue Palastgebäude gemacht hat.

    Die Vermittler und Angestellten sind denen Scheißegal.
    Hoffe das Maschmeier seine Mrd mitnimmt und auf ne Insel auswandert, auf das wir seine dumme Verbrechervisage nie wieder sehen müßen!

  • Die Leute haben spitz gekriegt, dass wir ordentlich Lehman-Zertifikate in Deutschland verkauft haben? Kein Problem, nennen wir uns statt Citibank einfach TargoBank und geben ein paar Millionen für Werbung aus, die Leute werden uns wieder lieben.
    Bei AWD denken zu viele Leute an den Drückerkönig? Kein Problem, die PR-Abteilungen können sich sicher einen tollen Namen einfallen lassen. Die Verknüpfungen mit der Politik, die mit ihrer Rentenpolitik der Versicherungswirtschaft in die Hände spielt, wird man irgendwann auch wieder vergessen.

  • Kann es einen deutlicheren Beweis für totales Versagen der Führungsriege der Swiss Life geben, wenn das übernommene Kind nach 3 Jahren aus der Not heraus unbenannt werden muss...????

    Maschmeyer ist ein alter OVB-Strukki, und die sind oft auf den ersten Blick simpel, aber schlitzohrig. Einen. beseren Zeitpunkt für den Verkauf hätte Maschmeyer nicht finden können, weg mit dem Laden und 1,2 Mrd. im Sack.

    Einzig die vielen kleinen unabhängigen Finanzvermittler können einem leid tun, weil die Presse die Verfehlungen dieser Großvertriebe als für die Finanzbranche normal ansieht.

    Fazit, leider: Wer im großen Stil bescheisst, kassiert, uahlt ein bisshen Strafe hier und da dank guter Anwälte, schreibt hier ein Buch und mmt da irgendwie cool rüber, während der 'kleine' Berater leiden muss, 500.000 Protokolle ausfüllen muss und trotzdem für jeden Quatsch haften soll.

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