Finanzexperte einmal anders – André M. Bajorat

„Fahrradfahren schweißt zusammen“

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„Die Dinge müssen mich interessieren“
Keine Sorge, wenn keine Kamera dabei ist, trägt er einen Helm. Quelle: Katharina Schneider
Figo-Chef André M. Bajorat im Hamburger Volkspark

Keine Sorge, wenn keine Kamera dabei ist, trägt er einen Helm.

(Foto: Katharina Schneider)

Sehen Sie das Geschäftsmodell von Figo in Gefahr?
Nein, das sehe ich nicht. Wir haben aktuell zwei Produkte für Banken. Bei dem einen unterstützen wir sie beim Multibanking, indem wir die Kontoaggregation übernehmen – wie zum Beispiel bei der Deutschen Bank, der Teambank, der 1822 direkt und der Consorsbank. Daneben bieten wir Banken eine Infrastruktur im Sinne der PSD2. Die können wir je nach Vorgabe der Institute anpassen. Sie ist dann vielleicht nicht mehr so sexy wie wir uns das manchmal wünschen, aber sie funktioniert trotzdem. Ich glaube, dass es am Ende einen Kompromiss geben wird, mit dem alle gut leben können.

Wird das Verhältnis zwischen Banken und Fintechs durch den Streit nachhaltig gestört?
Das glaube ich nicht. Bis die finalen technischen Details zur PSD2 besiegelt sind, werden beide Seiten noch mal hart kämpfen. Man ist einige Zeit zickig, aber dann ist es wieder gut. Bilateral finden weiterhin total sinnvolle Gespräche statt, sowohl mit den Banken als auch mit der Bundesbank und der Bafin. Die enge Zusammenarbeit lässt sich nicht so schnell stoppen. Auch bei den Techbikers waren Banken und Fintechs vertreten, zum Beispiel die Comdirect, Wirecard, Ratepay und SumUp, außerdem Google. Alle haben sich wunderbar verstanden.

Sie haben 13 Jahre lang bei Tochter-Unternehmen der Sparkassen gearbeitet, erst bei der SK Online, später bei Star Finanz, was haben Sie dort gelernt?
Das war in der Anfangsphase des Internets und wir haben damals viel Aufbauarbeit geleistet, da Online-Banking eines der ersten Online-Angebote war. Zuerst habe ich den Sparkassenkunden am Telefon erklärt, wie sie ihr Modem anschließen und die Software installieren – wer das alleine konnte, galt damals beinahe schon als IT-Profi. Bald danach bin ich in den Vertrieb eingestiegen und habe die Banking-Software an andere Sparkassen verkauft. Später habe ich an der Multibanking-App der Sparkassen mitgearbeitet. Das alles war immer Learning-by-doing und viel Teamwork.

Hilft Ihre Erfahrung bei den Sparkassen heute bei der Kommunikation mit den Banken?
Es ist schon hilfreich, wenn man einige Jahre in der Banking-Szene unterwegs war. Dann versteht man die Situation der traditionellen Banken, weiß wo man anknüpfen muss und wird auch eher ernst genommen. Auch das Alter hilft natürlich. Bei Banken sind viele Entscheider zwischen 40 und 50 Jahre alt und einige kenne ich schon von früher.

Zwischenzeitlich hatten Sie als Berater gearbeitet und waren Mentor für verschiedene Start-up-Programme. Machen Sie beides noch parallel zu Figo?
Als Berater arbeite ich gar nicht mehr. Trotzdem rufen mich immer noch Start-ups und Unternehmen an. Ich unterhalte mich gerne mit denen, aber betreibe das nicht als Business. Das Mentoring für Start-ups mache ich weiter. Entweder kann ich selbst einen Tipp geben oder ich leite die Frage an das Payment-and-Banking-Team weiter.

Ist das reine Hilfsbereitschaft oder kriegen Sie auch etwas zurück?
So denke ich nicht. Die Dinge müssen mich interessieren. Wenn ich das Thema oder die Menschen spannend finde, dann unterstütze ich sie gerne. Wenn ich es darauf anlegen würde, das meistmögliche Geld zu verdienen, würde ich wohl mittlerweile in einem Großkonzern arbeiten oder mich weiter als freier Berater verdingen.

„Ich will mehr Zeit auf dem Fahrrad verbringen“
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