Finanzkrise 2007
IKB verklagt JP Morgan

Der Nächste bitte: Nach der HSH hat auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB den Wall-Street-Riesen JP Morgan verklagt. Das Institut soll bei Hypothekengeschäften gemogelt und damit die Finanzkrise angeheizt haben.
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DüsseldorfDie amerikanischen Großbanken - und auch die Deutsche Bank - stehen derzeit in den USA wegen ihres Handels mit angeblich sicheren Wertpapieren, in denen faule Immobilienkredite gebündelt waren, juristisch massiv unter Druck.
"Wir haben erste Schritte eingeleitet und eine fristwahrende Klage gegen die US-Bank JP Morgan eingereicht“, sagte Vorstandschef Hans Jörg Schüttler auf der Hauptversammlung der IKB am Mittwoch in Düsseldorf. Er bitte um Verständnis, dass er zu Einzelheiten nichts sagen könne. Die juristischen Auseinandersetzungen in den USA würden von der IKB aufmerksam verfolgt. Auch die HSH Nordbank hatte bereits Klage eingereicht.

Einige deutsche Kreditinstitute, darunter die IKB, zählten vor Ausbruch der Finanzkrise zeitweise zu den wenigen Abnehmern weltweit für die hochriskanten Papiere. Später erlitten sie damit existenzbedrohende Verluste. Die IKB wurde vorübergehend von der bundeseigenen KfW-Bankengruppe übernommen. Nun fühlen diese Institute sich von den großen Investmentbanken der Wall Street getäuscht.

Nach einem Untersuchungsbericht zum Verhalten von Banken auf dem bis 2007 völlig überhitzten US-Immobilienmarkt häufen sich die Klagen von Investoren, auf die die Kreditgeber ihre Risiken abgewälzt hatten. Sie versuchen damit zunächst die Verjährung der Fälle zu verhindern. Die Hamburger HSH hatte laut der Klage RMBS für 159 Millionen Dollar von JPMorgan gekauft und will nun mindestens 42 Millionen Dollar Schadenersatz. Die HSH wirft JPMorgan vor, dass die Angebotsunterlagen irreführend in Bezug auf die Sicherheiten und die Qualität der zugrundeliegenden Kredite gewesen seien.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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