Finanzkrise: AIG – ein Versicherungsriese vor dem Comeback

Finanzkrise
AIG – ein Versicherungsriese vor dem Comeback

Der US-Versicherer AIG zählt zu den prominentesten wie größten Opfern der Finanzkrise - das der amerikanische Steuerzahler mit 182 Milliarden Dollar letztlich retten musste. Jetzt soll AIG bald wieder auf eigenen Beinen stehen.
  • 0

HB NEW YORK. Der gestrauchelte US-Versicherungsriese AIG könnte schon bald die Obhut des Staates verlassen. Das Finanzministerium arbeitet nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg daran, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Entsprechende Pläne könnten schon diese Woche verkündet werden, hieß es.

AIG hatte sich mit komplizierten Finanzkonstrukten auf dem US-Häusermarkt verspekuliert. Um den einst weltgrößten Versicherer zum Höhepunkt der Finanzkrise vor dem Kollaps zu bewahren, hatte der amerikanische Steuerzahler mehr als 182 Milliarden Dollar in das Unternehmen pumpen müssen. Der Staat hält nun 80 Prozent der Anteile. Firmenchef Robert Benmosche hatte bereits Anfang August versprochen, dass der Steuerzahler sein Geld bald zurückbekommt.

Nach Informationen von Bloomberg sollen in einem ersten Schritt Vorzugsaktien im Wert von 49 Milliarden Dollar in Stammaktien umgewandelt werden. Die Anteilsscheine sollen dann in der ersten Jahreshälfte 2011 unters Volk gebracht werden.

AIG hat bereits einen Teil seiner Schulden zurückgezahlt. Das Unternehmen hatte Sparten verkauft und verdient wieder Geld im Versicherungsgeschäft. AIG ist immer noch einer der größten Lebensversicherer der Welt und zudem der größte Finanzier von Flugzeugen.

Nach Medienberichten stehen demnächst weitere Verkäufe an: Auf den beiden japanischen Lebensversicherern AIG Star Life Insurance und AIG Edison Life Insurance klebt ein Preisschild von 4 bis 5 Milliarden Dollar; der Börsengang der Asientochter AIA in Hongkong könnte im ersten Schritt 15 Milliarden Dollar einbringen.

Kommentare zu " Finanzkrise: AIG – ein Versicherungsriese vor dem Comeback"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%