Finanzkrise
Moody's mischt die Banken auf

Rabenschwarzer Tag für die US-Bankenbranche: Gleich drei amerikanische Großbanken sind von der Ratingagentur Moody's herabgestuft worden.
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New YorkDie Ratingagentur Moody's hat am Mittwoch die Bank of America, Wells Fargo und die Citigroup herabgestuft. Zur Begründung hieß es, es sei weniger wahrscheinlich, dass die US-Regierung einschreiten werde, um die Kreditinstitute vor einer Pleite zu bewahren. Zwar würde die Regierung voraussichtlich ein gewisses Maß an Hilfe für Finanzinstitute gewähren, teilte Moody's mit. Es sei zugleich aber wahrscheinlicher, dass das Scheitern einer in Schwierigkeiten geratenen Großbank hingenommen werde, als während der Finanzkrise 2008. Die Gefahr, dass eine Pleitebank andere Institute mit in den Abwärtsstrudel reißen könnte, sei nun nicht mehr so akut wie noch vor drei Jahren, hieß es. Das geht vor allem auf die Finanzreform zurück, die US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr nach zähem Ringen durchgesetzt hat.

Moody's hatte die drei Banken bereits Anfang Juni vor einer möglichen Herabstufung gewarnt. Die Aktie der Bank of America war kurz nach Bekanntwerden der Nachricht gut zwei Prozent im Minus. Das Institut kämpft seit Monaten gegen die Altlasten der Hypothekenkrise an. Investoren haben milliardenschwere Klagen gegen die Bank eingereicht. New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat angekündigt, sich die Hypothekengeschäfte ganz genau anzusehen.

Moody’s erklärte, dass der Ausblick für die Banken auf „negativ“ belassen werde. Das heißt, dass weitere Herabstufungen möglich sind.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

Kommentare zu " Finanzkrise: Moody's mischt die Banken auf"

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  • Nur ist es dummerweise so, dass Versicherungen, Investmentfonds etc. üblicherweise gezwungen sind (durch Regulierer, ggf. sogar Gesetze oder auch durch die Fondsbedingungen) Investmententscheidungen in Aktien oder Anleihen auf Basis des Ratings einer oder aller der drei Agenturen zu treffen.
    Das heißt, auch wenn es noch so dämlich sein mag müssen diese z.B. zum schlechtestmöglichen Kurs Anleihen eines bestimmten Emittenten verkaufen, wenn das Rating unter ein bestimmtes Niveau fällt.
    Dass diese Regularien natürlich eine Abwärtsspirale noch zusätzlich beschleunigen (oder ggf. sogar erst starten) haben die entsprechenden Regulierer / Gesetzgeber bedauerlicherweise übersehen, fahrlässig ignoriert oder sogar mutwillig in Kauf genommen.
    Auch das hat nämlich den Ramschstatus von Anleihen aus bestimmten europäischen Ländern mit verursacht.
    Und wehe die Ratingagenturen finden auf einmal Gründe, Deutschland von AAA auf ein A+ oder ähnliches herabzustufen. Dann fällt die deutsche Staatsfinanzierung auch in sich zusammen.

  • Die Rating Agenturen "beraten" doch nur .
    Sagen die ja selber.
    Also warum noch auf die Jungs hören ?
    Muss doch jeder selbst wissen wem er Vertraut und entsprechend Geld investiert.
    Wer jetzt noch nicht gemerkt hat das die Agenturen kaum noch wissen was Sie tun ... selber schuld

  • Nach der nächsten Wirtschaftskrise wird man sämtliche Ratings abschaffen. Was für ein Schmarrn, einzelnen - dazu vergleichsweise winzigen - Firmen in unserem Wirtschaftssystem eine solche Macht zu geben.

    Die Macht, die man Ratingagenturen gibt, sorgt dafür, dass die Handelsgebaren hunderttausender Marktakteure parallelisiert werden. Verstärkt durch die Medien werden riesige Züge von Lemmingen innerhalb unserer Wirtschaftswelt geschaffen.

    Effizienter kann man ein riesiges Schiff nicht zum Kentern bringen.

    Sicherlich gibt es auch heute Körperschaften und Personen, die sich für Profiteure des aktuellen Finanzsystems halten. Ich bin gespannt, ob das im Laufe der Zeit bei den meisten so bleiben wird.

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