Finanzkrise
Schweiz führt Kapitalpuffer für Banken ein

In der Schweiz laufen die Kredit- und Immobilienmärkte laufen heiß. Die Regierung steuert gegen und verlangt von den Instituten höhere Anteile an Eigenmitteln. Auch den Hypothekenmarkt nimmt die Regierung ins Visier.
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Die Schweizer Regierung will bei drohender Überhitzung der Kredit- und Immobilienmärkte von den Banken einen höheren Kapitalpuffer verlangen. So sollen die Geldhäuser um bis zu 2,5 Prozent mehr Eigenmittel als normalerweise vorhalten müssen, "um ihre Widerstandsfähigkeit bei übermäßig stark wachsenden Krediten zu stärken oder um einem übermäßigen Kreditwachstum entgegenzuwirken", wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte. Ob die Voraussetzungen dafür gegeben sind, beurteilt die Schweizerische Nationalbank (SNB): Die Notenbank würde dann die Aktivierung des Puffers beim Bundesrat (Regierung) beantragen.

Eine zweite Maßnahme sieht vor, dass die Banken bei Risikoschuldnern Hypotheken für Wohnungsliegenschaften mit mehr Kapital unterlegen müssen. Als Risikoschuldner wird eingestuft, wer für den Kauf einer Immobilie zu wenig eigenes Kapital verwendet und seinen Hypothekarkredit nicht angemessen tilgt. Wie viel mehr Kapital die Banken für solche Schuldner vorhalten müssen, überlässt die Regierung allerdings der Aufsichtsbehörde FINMA. "Wir sehen eine Tendenz zur Blasenbildung", sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Die seit drei Jahren anhaltende Tiefzinsphase heizen den Schweizer Immobilienmarkt immer mehr auf und die Notenbank warnt seit längerem vor den damit einhergehenden Risiken. Die Zinsen kann die SNB aus gesamtwirtschaftlichen und Wechselkursgründen aber nicht erhöhen.

Die Regierung setzte am Freitag zudem die im Herbst vom Parlament beschlossenen schärferen Eigenkapitalregeln für Banken in Kraft. Schweizer Banken müssen strengere Anforderungen erfüllen als im neuen Regelwerk Basel III vorgesehen ist. So müssen etwa die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse mit bis zu 19 Prozent der risikogewichteten Aktiven vorhalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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