Finanzkrise: Spaniens neue Bankenhelden

Finanzkrise
Spaniens neue Bankenhelden

Die spanische beiden spanischen Banken Santander und Banco Bilbao stehen wie Felsen im Meer. So oder so ähnlich lässt sich die Situation der beiden Kreditinstitute wohl am besten beschreiben. Denn die zwei Banken haben trotz Turbulenzen in der Finanzwelt noch einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Die schönen Bilanzen wäre ohne den Fall Madoff vielleicht sogar noch besser ausgefallen.

HB MADRID. Die spanischen Großbanken Banco Santander und BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria) haben trotz der weltweiten Finanzkrise Milliardengewinne erzielt. Spaniens größtes Geldinstitut Banco Santander erwirtschaftete 2008 einen Nettogewinn von 8,9 Mrd. Euro. Dies seien 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Bei Abzug von Sondereinnahmen komme das Unternehmen aber auf ein Plus von 9,4 Prozent im Vergleich zu 2007. Der Präsident des Geldinstituts, Emilio Botín, hatte Anfang der Woche angekündigt, die Bilanz des Jahres 2008 sei "großartig und eine der besten aller Banken weltweit". Allerdings verfehlte die Banco Santander ihr Ziel, 2008 auf einen Nettogewinn von zehn Mrd. Euro zu kommen.

Trotz ihrer leichten Gewinneinbußen verkrafteten die spanischen Großbanken die Krise besser als ein großer Teil ihrer Konkurrenten in anderen Ländern. Spaniens zweitgrößte Bank BBVA erzielte 2008 einen Nettogewinn von 5,0 Mrd. Euro. Wie aus der Bilanz des Unternehmens hervorgeht, bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahr zwar ein Rückgang um 18 Prozent.

Bei Abzug der Sondereinnahmen komme die BBVA aber auf eine Gewinnsteigerung von 0,2 Prozent. Die Bank kündigte an, einen Teil der Dividenden erstmals nicht als Bargeld, sondern in Form von Aktien des Geldinstituts auszugeben. In der Bilanz 2008 schlugen die Verluste von 302 Mio. Euro durch den Madoff-Betrugsfall in den USA negativ zu Buche.

Die Banco Santander bietet ihren durch den Madoff-Betrugsfall geschädigten Privatkunden eine Entschädigung an. Unter dem Druck von Klagen in den USA offerierte die Bank nach eigenen Angaben insgesamt 1,38 Mrd. Euro. Eine Fondsgesellschaft von Santander gehört zu den bislang am schwersten getroffenen Opfern des größten Betrugsfall der Finanzgeschichte. Der New Yorker Broker Bernard Madoff richtete mit einem Schneeball-System nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. Dollar an. Er steht derzeit gegen Kaution unter Hausarrest.

Die Banco Santander bot betroffenen Privatkunden als Ersatz für Madoff-Investments Vorzugsaktien der Bank an. Im Gegenzug müssten diese versprechen, nicht gegen die Bank zu klagen. Das Angebot richte sich ausschließlich an Privatkunden und nicht an institutionelle Investoren, weil Letzteren die Risiken bekannt gewesen seien. Die Banco Santander hatte über einen US-Fonds in Madoff-Produkte investiert. Die Verluste werden auf 2,3 Mrd. Euro beziffert.

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