Finanzkrise
Zypern beschließt Schritte zur Bankensanierung

Zypern will konkrete Schritte zur Sanierung von Problembanken einleiten. Auch der Kapitalverkehr soll eingeschränkt werden. Im Parlament stand zudem ein neuer Plan zur Lösung der Finanzkrise zur Abstimmung.
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NikosiaMit einem neuen Rettungsplan und ersten Sanierungsschritten bei Banken will Zypern einen Ausweg aus der Schuldenkrise erzwingen. Um einen massenhaften Kapitalexport ins Ausland zu verhindern, soll vorübergehend der Zahlungsverkehr eingeschränkt werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde am Donnerstagabend dem Parlament vorgelegt. Darin werden der Finanzminister und der Chef der Zentralbank ermächtigt, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um das Geld im Land zu halten. Die zyprischen Banken sind seit sechs Tagen geschlossen und sollen nach jetziger Planung erst am kommenden Dienstag wieder öffnen.

Das Gesetz zum Zahlungsverkehr sollte am Abend vom Parlament verabschiedet werden. Es gilt als sicher, dass größere Beträge nicht ohne Genehmigung der Zenralbank auf unbestimmte Zeit ins Ausland überwiesen werden dürfen.

In Nikosia wird erwartet, dass das Parlament einstimmig die Bildung eines neuen Fonds billigt, mit dem der Inselstaat 5,8 Milliarden Euro zusammentreiben will. Zypern muss diese Eigenleistung erbringen, um Beistandskredite der EU in Höhe von zehn Milliarden Euro zu erhalten. Von der bislang von der Eurogruppe geforderten Zwangsabgabe auf Bankeinlagen war am Donnerstag in Nikosia nicht mehr die Rede. Das zyprische Parlament hatte dies am Dienstag abgelehnt.

Der Fonds-Vorschlag wurde wenige Stunden nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgestellt, sie werde ab dem 25. März kein Geld mehr aus Europa für die zyprischen Banken bereitstellen, falls es bis dahin kein Sanierungskonzept gibt. Der als Solidaritätsfonds bezeichnete Topf soll mit Kapital von Kirche, Rentenkassen und anderen Einrichtungen gefüllt werden und Staatsanleihen ausgeben. Auch die zyprische Zentralbank soll mit ihren Goldreserven dazu beitragen.

Eine offizielle Reaktion zu dem Paket von Seiten der EU gab es vorerst nicht. Die Euro-Finanzminister wollten am Donnerstagabend zum zweiten Mal innerhalb einer Woche am Telefon über die Zypern-Krise beraten. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte im Europaparlament, es müsse rasch ein endgültiges Hilfspaket für die Inselrepublik beschlossen werden.

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Zyprische Nationalbank spaltet Geschäftsbank auf

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  • weil die kapitalverkehrsampel in Zypern versagt hat, ist das Großkapital doch schon abgeflossen. putin gab auch schon Anweisungen in ganz Europa sofort alle russischen Gelder abzuheben. weiß der Mann mehr als wir?

  • Und? Muss der Junge eben 6,7% schneller und besser arbeiten...100.000 EURO-Sparer sollen "Kleinsparer" sein??? Was sind das eigentlich mittlerweile für Traumschlösser in der Union?!

    "Dieses Geld soll besteuert werden oder ist im Crashfall futsch."

    Zypridioten haben entschieden, lieber ihre Insel, Gasvorkommen oder Pensions-Fonds zu verhökern als einen kleinen Teil ihres Vermögens, dass durchschnittlich VIEL höher ausfällt als das des Holländers, Finnen oder Deutschen weil ALLE Zypridioten über Jahre mit einer Billig-Huren-Politik auf Kosten anderer profitiert haben.

    Ist das nun SCHON WIEDER Deutschlands Problem? Ich wünschte, mehr Deutsche würden sehen wie unfair und ungerecht die 10.000.000.000 EURO - Beteiligungs-Bereitschaft alleine schon ist.

    Ich bin es leid - sollen die Zypridioten doch stolz sein, eine NAZI-Invasion vereitelt zu haben und glücklich Pleite gehen, Zypern ist eine moralische und finanzielle Belastung für die Eurozone UND Europa - Diese Orthodoxen Brüder sind so voller Scheinheiligkeit und Liebe für Moskau, sollen sie sich woanders verhuren.

  • Die 'Central bank of Cyprus' hat noch Gold ?

    Davon steht auf ihrer Homepage kein Wort.
    http://www.centralbank.gov.cy/nqcontent.cfm?a_name=search_advanced

    Das Gold sollten sie an die EZB verpfänden.

    Oder es verkaufen, das Geld sinnvoll nutzen und DANACH erst die europäischen Steuerzahler um Hilfe bitten.

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