Finanzministerium ist besorgt über zusätzliche Ratings von S&P für die Landesbanken - Konkurrenten halten sich zurück Rating-Streit alarmiert Berlin

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Bei der Ratingagentur Moody’s sieht man derzeit keinen Grund, „theoretische Ratings“ an die Öffentlichkeit zu bringen. „Nach unserer Erkenntnis existiert derzeit keine Landesbanken-Anleihe im Markt, die nach der Übergangsfrist 2015 fällig wird“, sagt Samuel Theodore, Managing Director bei Moody’s in London. Es bestehe zwar ein Interesse seitens der Investoren und der Medien an solchen Ratings, aus Sicht von Moody’s seien sie aber zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht.

Dagegen heißt es bei S&P, es gebe schon heute ungarantierte Finanzinstrumente von Landesbanken im Markt. Dabei handele es sich aber nicht um klassische Anleihen, sondern um Spezialpapiere wie Perpetuals („ewige Anleihen“) oder Genussscheine. Deshalb könne man die „fiktiven Ratings“ nicht länger zurückhalten. S&P steht nach eigenen Aussagen weiter in Konsultationen mit den Landesbanken bezüglich der endgültigen Einstufungen. Eine Stellschraube wird dabei nach Ansicht von Ratingexperten sein, welches Gewicht S&P der Eigentümerstruktur einräumt. Denn auch nach dem Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien bleiben die einzelnen Länder in den meisten Fällen an ihren Instituten beteiligt. Bei einer Einstufung in den BBB-Bereich würde sich das „Asset“ der jeweiligen Landesbank bei vielen Bundesländern aber verschlechtern, sagte ein Insider. Bei den Landesregierungen gehe deshalb auch die Angst um, dass die Ratingagenturen in Zukunft Kapitalmaßnahmen fordern könnten, was angesichts knapper Haushaltskassen unpopulär wäre.

Letztlich hofften gestern alle Beteiligten, dass noch bis zum kommenden Montag – dann sollen die fiktiven Ratings veröffentlicht werden – ein Kompromiss gefunden wird.

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