Finanzplatz London
Britische Aufsicht fordert Fitnesscheck für Banker

Wegen kniffliger Entscheidungen sollen Banker künftig genauer unter die Lupe genommen werden. Die britische Aufsicht will die Fitness von Bankern regelmäßig untersuchen, um Fehler schnellstmöglich zu verhindern.
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LondonGroßbritannien schickt Banker künftig regelmäßig zum Arzt. Neue Regeln, die dazu beitragen sollen, dass Mitarbeiter von Finanzinstituten leichter zur Rechenschaft für ihre Entscheidungen gezogen werden können, verlangen eine jährliche Gesundheitsuntersuchung, wie die britische Finanzaufsicht FCA am Montag mitteilte.

Dieser müssten sich Angestellte unterziehen, die dem Unternehmen durch ihre Arbeit beträchtlichen Schaden zufügen könnten. FCA-Chef Martin Wheatley lobte dies als weiteren Schritt, der den Kulturwandel in den Geldhäusern positiv begleiten wird.

Bis Sommer will sich die Aufsichtsbehörde abschließend auf Regeln für Banker geeinigt haben. Laut Finanzministerium können sie dann im März 2016 in Kraft treten. Britische Abgeordnete haben sich zum Ziel gesetzt, die Bankenaufsicht zu stärken. In der Finanzkrise mussten britische Institute mit Milliarden Steuergeldern vor dem Bankrott gerettet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kein übler Gedanke. Doch sollte man dabei nicht die Bankenaufseher außen vor lassen. Bedeutendstes Beispiel für die fehlende fachliche Eignung war wohl auf deutscher Seite die ehemalige Präsidentin der BAFin, Frau Elke König. Sie setzte zuletzt als Lobbyistin der Versicherungswirtschaft die Enteignung der Lebensversicherten im Rahmen des Lebensversicherungsreformgesetzes durch.

    Es ist das erste Enteignungsgesetz in der Bundesrepublik, bei dem keine Entschädigungsklausel z.G. der Enteigneten enthalten ist.

    Man muss sich nur vorstellen, dass dieses Gesetz ausgerechnet in der Zeit "über die Bühne ging" als die Enteigneten die höchsten Ansprüche an den Bewertungsreserven hatten. Wer das nicht glauben will, der braucht nur die aktuellen Geschäftsberichte der Versicherungsunternehmen zu lesen oder über die Medien wahrzunehmen.

    Bei aller Kritik muss man zugestehen, dass die Lobbyisten auf feinste Art das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2004 in zwei musterhaften Schritten aushebelten und sogar den Präsidentenstuhl bei der BAFin zwischenzeitlich mit Frau König besetzten. Das war schon eine Musterleistung aus Sicht der Versicherungswirtschaft.

    Man könnte dies fortsetzen.

    Wenn die britische Aufsicht jetzt den Fitnessscheck für Banker fordern, dann kann man dem nur zupflichten. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Definition "Banker" nicht zu eng gefasst wird.

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