Finanzsektor in den USA Boni-Boom an der Wall Street

Gute Nachrichten für Banker: Analysten erwarten für die Zukunft wieder höhere Boni. In den einzelnen Teilbranchen offenbaren sich jedoch deutliche Unterschiede. Ein Blick auf Private Equity lohnt sich besonders.
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Experten erwarten „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“. Quelle: AFP
Banker vor Goldman Sachs in New York

Experten erwarten „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“.

(Foto: AFP)

New YorkEs geht wieder aufwärts für Bankangestellte – zumindest finanziell. Die Experten der amerikanischen Beratungsfirma Johnson Associates erwarten flächendeckend „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“. Große Geldhäuser im Investmentbanking wie im kommerziellen Bankgeschäft hätten im zweiten Quartal in den meisten Geschäftsbereichen Verbesserungen gesehen, schreiben die Analysten als Begründung.

Bis auf die eher enttäuschenden Zahlen bei Goldman Sachs trifft diese Einschätzung in den USA zweifellos zu. Als entscheidend für die weitere Entwicklung gilt jetzt, wie aktiv an den Märkten gehandelt wird und wie weit die Zinsen steigen. Politik und Finanzaufsicht verbreiten allerdings nach wie vor Unsicherheit in der Branche, heißt es bei Johnson Associates.

Die erfolgreichsten Investmentbanken des Jahres 2016
Platz 15: Lazard
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Die US-Investmentbank Lazard konnte im vergangenen Jahr 1,08 Milliarden US-Dollar an Gebühren verbuchen und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent und vier Plätze im Ranking.

Platz 14: BNP Paribas
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Die französische Bank BNP Paribas konnte ihren Kunden 2016 Gebühren in Höhe von 1,35 Milliarden US-Dollar in Rechnung stellen, 14,8 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Platz 13: Mizuho Financial Group
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Die Gebühreneinnahmen des japanischen Finanzdienstleisters Mizuho summierten sich 2016 auf mehr als 1,40 Milliarden US-Dollar – das reicht für Platz 13. Im Vorjahresvergleich verbesserte sich Mizuho um einen Platz und 11,5 Prozent.

Platz 12: HSBC
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Die britische Großbank HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) stellte 2016 1,48 Milliarden US-Dollar an Gebühren in Rechnung ein – ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zu 2015.

Platz 11: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS verlor einen Platz im Ranking und sammelte 2016 „nur“ noch 1,58 Milliarden US-Dollar an Transaktionsgebühren ein – ein Minus von 17,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem zählt UBS zu den erfolgreichsten Investmentbanken 2016 – Verluste auf hohem Niveau also.

Platz 10: RBC Capital Markets
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RBC Capital Markets ist Teil der Royal Bank of Canada und verdiente 2016 mehr als 1,78 Milliarden US-Dollar im Investmentbanking. Zwar ist das ein Verlust von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, RBC kletterte im Ranking aber einen Platz nach oben.

Platz 9: Wells Fargo & Co.
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Das US-Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo & Company konnte mit seiner Investmentbanking-Sparte im vergangenen Jahr mehr als 2,11 Milliarden US-Dollar an Gebühren einnehmen – ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Platzierung konnte Wells Fargo halten.

Beim Blick auf einzelne Teilbranchen erwarten die Experten bei den Boni der Vermögensverwalter einen Anstieg in der Spanne von null bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie sehen, dass netto Kundengeld in die Branche fließt, zugleich stehen die Gebühren aber unter Druck.

Eine ähnliche Entwicklung mit allenfalls leichtem Anstieg erwarten die Analysten für Hedgefonds. Auch dort sind die Kunden immer weniger bereit, hohe Gebühren zu bezahlen. Bei Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) sei dagegen ein deutlicher Anstieg der Boni zu erkennen, die geschätzte Spanne liegt zwischen fünf und 15 Prozent.

Diese Branche bekommt zurzeit eine Menge Geld von ihren Kunden. Auf der anderen Seite fällt es ihr aber immer schwerer, geeignete, nicht überteuerte Firmen zu finden, in die sie investieren können. Denn mit der Hausse auf dem Aktienmarkt sind die Bewertungen aller Unternehmen angestiegen. Etwas niedriger, bei fünf bis zehn Prozent, wird nach Schätzung von Johnson Associates der Zuwachs für die Betreuter reicher Kunden ausfallen.

Im Investmentbanking sollte der Geldregen vor allem für diejenigen Banker reichlich ausfallen, die an Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Emissionen von Anleihen beteiligt sind. Hier sei ein Plus von zehn bis 20 Prozent zu erwarten. Im Aktienhandel sehen die Gehaltsexperten dagegen sogar einen leichten Rückgang voraus, weil die Kunden weniger aktiv am Markt sind.

Für die meisten anderen Bereiche des Investmentbankings setzten Analysten bis zu fünf Prozent Plus an. Im traditionellen Bankgeschäft wirken sich steigende Zinsen und ein gesundes Wachstum der Kredite positiv aus. Dort sind fünf bis zehn Prozent mehr zu erwarten als 2016. Insgesamt zeigt sich: Mit der US-Wirtschaft wachsen die Gewinne der Banken – und die Banker bekommen ihren Teil davon ab.

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