Finanzskandale
Des Teufels Bank

Es gibt Banker, die kein Gesetz von ihrem Treiben abhält. Zinsmanipulationen, Bermuda-Konstruktionen, Geldwäsche - ihre kriminelle Phantasie kennt keine Grenzen. Welche Form der Aufsicht kann ihnen Einhalt gebieten?
  • 45

DüsseldorfMoralisch verwahrlost, verlottert und verlogen: Adjektive, die in diesen Tagen gerne einmal mehr der Bankenbranche zugewiesen werden. Die Welt der Finanzinstitute ist geprägt von Skandalen. Und fast täglich scheint ein neuer hinzuzukommen.

Sogar die Deutsche Bank, das deutsche Vorzeigeinstitut, steckt inzwischen mittendrin. Im Manipulationsskandal um den Referenzzins Libor hat das größte deutsche Geldhaus kürzlich den Kronzeugenstatus bei der EU-Kommission und in der Schweiz erhalten. Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die neuen Co-Chefs der Deutschen Bank, hatten erst kürzlich selbstkritisch und öffentlichkeitswirksam Fehler im früheren Geschäftsgebaren ihres Instituts eingeräumt und Besserung gelobt – und jetzt das.

Die Kronzeugenschaft ist ein Schuldeingeständnis durch die Hintertür. Offiziell gesteht der deutsche Branchenprimus seine Mittäterschaft damit zwar nicht ein. Warum aber sollte eine Großbank zum Kronzeugen werden wollen, die sich keiner Schuld bewusst ist? „Ein Kronzeuge ist immer auch zwingend Kartellbeteiligter, er offenbart seine Mittäterschaft“, sagte Christian Horstkotte, Partner bei der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie dem Handelsblatt.

Die Deutsche Bank hofft einfach darauf, billiger wegzukommen, wenn die Strafzahlungen festgesetzt werden. Nach einer groben Schätzung von Analysten der US-Großbank Morgan Stanley könnten den Deutschen Strafzahlungen von rund einer Milliarde Dollar drohen. Dem ersten Kronzeugen winkt nach europäischem Recht die vollständige Immunität und die Möglichkeit, dass das Bußgeld erlassen wird. Ob sich die Bank als erste meldete, ist zwar noch nicht klar. Auch die Royal Bank of Scotland und die UBS kooperieren mit den Behörden. Doch einen Rabatt wird es am Ende für die Deutsche Bank auf jeden Fall geben.

Für die britische Großbank Barclays wurde der Skandal um den jahrelang manipulierten Libor bereits zu einer teuren Angelegenheit. Rund 345 Millionen Euro muss Barclays für seine Verfehlungen in Großbritannien und den USA berappen.

Kommentare zu " Finanzskandale: Des Teufels Bank"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es sind doch nicht die Banken, oder ihre kleinen oder großen Angestellten. Die Bank ist ein Institut, eine Organisationseinheit. Die Angestellten sind maximal Kollaborateure.

    Die Frage ist doch die nach der treibenden Kraft dahinter. Es ist die Hochfinanz, Rothschild, Rockefeller, Warburg, Schiff und Co., dynastische Familien getrieben von der Gier nach Macht.

    Es geht um private Personen. Es geht um diejenigen, die über die Familie verteilt derart große Vermögen besitzen, dass sie sich ein Land einfach kaufen könnten. Diese Leute tauchen nie in der Forbs-Liste auf, denn die Vermögen sind "unsichtbar" in offshore-Gesellschaften, trusts etc versteckt.



  • Nicht dass ich Ihnen nicht zustimmen würde, aber bitte variieren Sie doch mal Ihre allzu wortgleichen Textbausteine.

  • Dieses Spiel nennt sich Bingo.

    Man muss kein Kunstschütze sein, um beurteilen zu kommen, ob jemand ins Schwarze getroffen hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%