Finanzspritze aus Steuergeld
Espírito Santo vor Rettung durch Portugal?

Die angeschlagene portugiesische Bank Espirito Santo benötigt wohl möglichst bald eine gewaltige Finanzspritze von drei Milliarden Euro. Die Hiobsbotschaft drückt den Börsenkurs des Geldhauses auf ein Rekordtief.
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LissabonDie portugiesische Regierung erwägt Insidern zufolge, der angeschlagenen Banco Espirito Santo (BES) mit Steuergeld unter die Armee zu greifen. Die Behörden reagierten damit auf die Rufe nach einer Kapitalerhöhung, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag.

Nach einem überraschend hohen Fehlbetrag im ersten Halbjahr benötige die BES wahrscheinlich drei Milliarden Euro. Ein Unternehmenssprecher, die Regierung und die Zentralbank des Landes lehnten Stellungnahmen ab.

Der Verlust der größten an der Börse notierten portugiesischen Bank belief sich in den sechs Monaten auf 3,6 Milliarden Euro. Damit wurden alle Kapitalpuffer vernichtet, die Kernkapitalquote fiel unter den von der Notenbank vorgeschrieben Wert. Ausgelöst wurden die Schwierigkeiten durch Geldprobleme der Gründerfamilie der Bank. Mehrere Unternehmen der Familie sind insolvent.

Der Börsenkurs von Espírito Santo fiel derweil am Freitag auf ein Rekordtief. An der Börse in Lissabon verlor er am Freitagnachmittag mehr als 40 Prozent an Wert und erreichte mit 0,12 Euro einen neuen Tiefstand. Der Handel mit BES-Papieren sei daraufhin und in Erwartung einer angekündigten wichtigen Mitteilung ausgesetzt worden, teilte die Börse mit.

Am Mittwoch hatte die Bank für das erste Halbjahr den größten Verlust verkündet, den jemals ein portugiesisches Bankhaus verzeichnet hatte. Der Fehlbetrag für die ersten sechs Monate 2014 beläuft sich auf 3,57 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum 2013 hatte das Minus nur rund 237 Millionen Euro betragen.

Turbulenzen um das Espírito-Santo-Imperium halten die portugiesische Finanz- und Bankenbranche schon seit Wochen in Atem. Ende Mai waren Unregelmäßigkeiten bei der Dach-Holding Espírito Santo International (ESI) bekannt geworden. Sie soll Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben. Zu ESI gehört die Investmentgesellschaft Rioforte, die wiederum 49 Prozent am Kapital der Espírito Santo Financial Group (ESFG) hält. ESFG ist mit 20,1 Prozent der größte Anteilseigner bei der BES, der führenden Privatbank in Portugal.

Die Enthüllungen rund um das Familien-Imperium Espírito Santo lösten in Portugal Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der BES aus. Auch andere Banken und der Staat bekamen die tiefe Vertrauenskrise zu spüren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • EDIT: Es war eine Kauf-Order

    Ich denke im Laufe des nächstes Jahres ist ein Kursziel
    von über einem Euro wieder denkbar immerhin waren es ja
    gerne auch mal über 2€ gewesen.

    Aber die Probleme mit der Gründer-Familie, alle
    Risiken (Kapitallöcher), die Staatshilfen und die
    Kapitalerhöhung müssen noch mit mehr Details
    kommuniziert werden.

    Bei über 5 Mrd. Aktien wäre eine Zusammenlegung vor der
    Kapitalerhöhung sicher sinnvoll sonst werden das
    einfach zuviele.

    Im Idealfall ohne Verluste.

    Es werden sich bei dem Preis sicher noch einige
    kleinere und grössere Anleger (wie Goldman Sachs u. Co.)
    finden die vllt. mal ein paar Euros investieren wollen.

    Nachteilig für ausländische Anleger sind natürlich die
    relativ hohen Provisionen von um die 15€ je Order.

    Aber auch das könnte sich ziemlich schnell nochmal
    ändern.

  • Na toll meine letzte Order wurde gestrichen :-(
    War nur wenige Minuten zu spät dran.

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