Finanzvertrieb MLP erntet Früchte des Sparkurses

Der Finanzvertrieb MLP hat die Ertragswende geschafft. Hauptgrund sind Kosteneinsparungen. Denn Umsatz wie die Zahl der Berater stagnieren.
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MLP-Logo: Der Umsatz des Finanzdienstleisters stagniert. Quelle: dpa

MLP-Logo: Der Umsatz des Finanzdienstleisters stagniert.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Wie der Konkurrent AWD profitiert der Finanzvertrieb MLP von der Sanierung der Gruppe. Der Konzernüberschuss legte in den ersten neun Monaten deutlich auf 12,5 Mio. Euro zu, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 2,3 Mio. Euro zu Buche stand. In der Ergebnissteigerung spiegele sich das erfolgreiche Effizienzprogramm von MLP wider, erklärte das Unternehmen. Allein zwischen Januar und September habe MLP die Fixkosten um rund 7 Mio. Euro reduziert und damit bereits einen Großteil des Einsparziels von 10 Mio. Euro für 2010 erreicht.

Der Umsatz stieg dagegen insgesamt nur leicht - und zwar um ein Prozent auf 348,8 Mio. Euro in den Geschäftsbereichen, die fortgeführt werden sollen. Darin fließt ein, dass die für den Umsatz so wichtige Zahl der Berater innerhalb dieses Jahres von 2383 auf 2317 gesunken ist. Ein ähnlicher Trend war auch beim Konkurrenten AWD zu beobachten. MLP hat gleichzeitig auch die Zahl seiner Mitarbeiter um sieben Prozent auf 1660 und die Zahl der Geschäftsstellen von 238 auf 200 reduziert. Gleichwohl zeigte sich das Management zuversichtlich. "Wir haben den positiven Trend fortgesetzt, nachdem wir im Vorquartal erstmals seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder gewachsen sind", erklärte Uwe Schroeder-Wildberg, der Vorstandsvorsitzende der MLP AG. "Das erfolgreiche dritte Quartal bietet eine gute Basis für das bei MLP traditionell sehr wichtige Abschlussquartal."

Besonders gut läuft derzeit offenbar der Verkauf von privaten Krankenversicherungen. Dies zeigt die Umsatzstatistik. Über sämtliche Beratungssparten hinweg lagen die Provisionserlöse von MLP im dritten Quartal mit 104,6 Mio. Euro nur um 3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die höchste Steigerungsrate weise dabei jedoch die Vermittlung von privaten Krankenversicherungen auf. Hier stiegen die Erlöse um 23 Prozent auf 12,8 Mio. Euro. Im Vermögensmanagement zeige sich das wieder wachsende Vertrauen der Anleger in kapitalmarktnahe Produkte, sodass die Erlöse um 7 Prozent auf 20,0 Mio. Euro (18,7 Mio. Euro) zulegten. Leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich zuletzt dagegen die wichtigste Sparte, die Altersvorsorge, mit Einnahmen von 64,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum zweiten Quartal erkennt MLP aber mehr, denn da schafften die Berater mit Altersvorsorge-Verträgen 59,7 Mio. Euro.

Zum Jahresende erwartet MLP eine weitere Geschäftsbelebung. Traditionell habe das vierte Quartal, insbesondere die letzten Wochen, maßgeblichen Einfluss auf das Gesamtjahresergebnis von MLP. "Trotz der positiven Entwicklung in den vergangenen Quartalen und eines guten konjunkturellen Umfelds bleibt der deutsche Privat- und Firmenkundenmarkt herausfordernd", urteilte Andreas Dittmar, Direktor Finanzen bei MLP. "Dennoch hat das Geschäft im Oktober gegenüber dem dritten Quartal nochmals angezogen, und wir rechnen mit einer weiteren Belebung in den kommenden Wochen." Mittelfristiges Ziel von MLP bleibe es, die Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern bis Ende 2012 auf 15 Prozent zu steigern. 2009 lag MLP bei 7,9 Prozent.

Das Management kritisierte die neuen Anlegerschutzregeln. Nachdem das Bundeskabinett im September den Entwurf zum Anlegerschutzgesetz verabschiedet habe, nehme zwar die weitere Regulierung der Branche Gestalt an. Während Institute mit Banklizenz wie MLP der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterlägen, sollten die Vermittler geschlossener Fonds künftig jedoch durch die Gewerbeämter überwacht werden: "Das wäre ein Bärendienst für den Anlegerschutz, denn die Gewerbeämter kontrollieren deutlich laxer und haben weniger Sanktionsmöglichkeiten", kritisierte Uwe Schroeder-Wildberg. Er rechnet für die kommenden Monate mit weiteren neuen Regeln für Finanzberater "Viele im Markt werden sich schwertun, mit den gestiegenen Anforderungen Schritt zu halten."

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