Finanzzentrum
HSBC bleibt in London

Die britische Großbank HSBC hatte mehrfach gedroht, den Unternehmenssitz nach Asien zu verlagern. Nun entschied sich der Vorstand einstimmig für einen Verbleib in London.

LondonEs waren offenbar große Namen unter den Beratern, die die britische Großbank HSBC für eine wichtige Entscheidung engagiert hatte: Die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice soll Finanzkreisen zufolge dazugehört haben – ebenso wie einer ihrer Vorgänger Henry Kissinger. Ihr Rat zu geopolitischen Situation war gefragt, denn die Bank erwog einen großen Schritt: eine Verlagerung ihrer Londoner Zentrale.

Als Alternative waren neben Hongkong, wo das Geldhaus 1865 gegründet worden war, ursprünglich auch andere Regionen im Spiel – darunter Kanada, die USA, Singapur, Frankreich und Deutschland, wie HSBC-Finanzchef Iain Mackay in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg im Frühjahr vergangenen Jahres sagte.

Am späten Sonntag Abend ist die Entscheidung gefallen: HSBC bleibt in London, wie die Bank mitteilte. Der 19-köpfige Verwaltungsrat der Bank habe sich einstimmig dafür entschieden. Dazu hätte eine Reihe von Gründen beigetragen – etwa das international anerkannte Justiz- und Regulierungssystem Großbritanniens und die große Erfahrung im Umgang mit komplexen internationalen Sachverhalten.

Die Entscheidung markiert einen wichtigen Sieg für den britischen Finanzminister George Osborne, der Großbanken zuletzt steuerliche und regulatorische Zugeständnisse machte. Es unterstreicht zudem die Bedeutung Londons als Europas wichtigstes Finanzzentrum und das trotz der Gefahr, dass das Land möglicherweise aus der Europäischen Union austreten und ohne den Zugang zum europäischen Binnenmarkt das Geschäft der Banken komplizierter werden könnte.

Bei der Prüfung, wo die Bank idealerweise ihre Zentrale haben sollte, spielten laut HSBC neben dem regulatorischen Rahmenbedingungen auch die künftigen Wachstumsaussichten sowie die Größe des bereits existierenden Bankgeschäfts in verschiedenen Ländern eine Rolle. Am Ende seien nur noch die Alternativen Hongkong und London übrig geblieben, heißt es.

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