Firmen-Übernahmen
Wenig Gelegenheiten für Private-Equity

Firmenjäger tun sich derzeit schwer, passende Übernahme-Ziele zu finden. Nicht zuletzt weil es eine gute Zeit für Börsengänge von Firmen aus dem Besitz von Finanzinvestoren sei.
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Die Beteiligungsmanager der großen Private-Equity-Fonds tun sich derzeit schwer, lohnende Übernahmeziele zu finden, weil es erste Anzeichen für Überhitzungen im Markt gibt. "Im Moment müssen sie bereit sein, sehr hohe Preise zu zahlen", sagte Managing Partner Stefan Zuschke von BC Partners am Mittwochabend in Frankfurt. Deshalb sei man zurückhaltend bei neuen Akquisitionen und stehe eher auf der Verkäuferseite, ergänzte Zuschke, der im nächsten Jahr zum Co-Chairman der Gesellschaft aufsteigen wird.

Außerdem sei jetzt eine gute Zeit für Börsengänge von Firmen aus dem Besitz von Finanzinvestoren. Dazu brauche man aber eine stimmige Wachstumsstory. Aus dem aktuellen Fonds über 6,7 Milliarden Euro seien nun rund 55 Prozent investiert. Im zweiten Halbjahr werde man "vielleicht risikofreudiger investieren" und auch auf kleinere Übernahmen in der Größenordnung von 200 Millionen Euro runtergehen.

Bisher hatte sich BC Partners auf solide Unternehmen mit stetigen Einnahmen konzentriert, etwa auf den Pharmahersteller Aenova, der 2012 übernommen wurde und in den bisher über mehrere Zukäufe rund 300 Millionen investiert sind, der Umsatz wurde verdreifacht. Der Börsengang sei hier der "Wunsch-Exit", aber noch nicht in nächster Zeit. In den vergangenen drei Jahren hat BC Partners in zwölf Transaktionen investiert, darunter in den Wissenschaftsverlag Springer Science, den Datenlieferanten Mergermarket und den Kfz-Versicherer Sabre. Man suche jetzt "innovative Investments", dazu zählten aber nicht Bundesligavereine, sagte Managing Partner Ewald Walgenbach. Zuletzt hatte die Beteiligungsgesellschaft KKR für Aufsehen gesorgt, nachdem sie sich bei Hertha BSC eingekauft hatte.

Finanzinvestoren sammeln Eigenkapital von institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Staatsfonds ein, kaufen Unternehmen und stecken Geld in deren Wachstum. Nach drei bis sieben Jahren reichen sie die Firmen an andere Privat-Equity-Fonds weiter, verkaufen sie an strategische Interessenten oder bringen sie an die Börse. Die extrem niedrigen Zinsen spielen den Finanzinvestoren derzeit in die Hände, weil die Geldmanager nach Alternativen zu Anleihen und Aktien suchen. "Insbesondere Versicherer mit langfristigen, garantierten Zahlungsversprechen sind auf Anlageerfolge jenseits der traditionellen Investments in Staats- und Unternehmensanleihen angewiesen, die die nötigen Erträge nicht mehr liefern. Vor diesem Hintergrund bleiben Private-Equity-Investments unter Renditegesichtspunkten attraktiv", sagt Michael Schad, Partner bei Coller Capital.

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  • Ist auch gut so, dass dieses Gesinde nichts findet. Sollen sie ihr Geld halt mit arbeiten verdienen!

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