Firmenkundengeschäft: JP Morgan will Etablierten das Wasser abgraben

Firmenkundengeschäft
JP Morgan will Etablierten das Wasser abgraben

Die US-Großbank JP Morgan will etablierten Häusern wie der britischen HSBC, der angeschlagenen Citigroup und der Deutschen Bank das Firmenkundengeschäft abjagen. Dabei hat sie es auf die großen Industrieadressen abgesehen. Besonders in Schwellenländern wie China und Indien soll die Konkurrenz verdrängt werden.
  • 0

NEW YORK/FRANKFURT. JP Morgan Chase greift im Firmenkundengeschäft in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien an. Mit einer neugegründeten Sparte wollen die Amerikaner neben der Deutschen Bank, vor allem auch der britischen Großbank HSBC und dem Bankriesen Citigroup das Leben im Geschäft mit großen internationalen Industriekunden sowie mit der Finanzindustrie auf der britischen Insel schwer machen. Die Bank wollte die Entwicklung nicht kommentieren.

Ziel von JP Morgan ist es, die Konkurrenten im wachstumsträchtigen Geschäft mit wichtigen Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien aber etwa auch den Philippinen und Südkorea zu verdrängen. In den nächsten Wochen soll der offizielle Startschuss erfolgen. Mit der Strategie setzt die Bank auf internes Wachstum und will sich künftig ein stabiles Wachstumsfeld sichern.

Erste Überlegungen zum Ausbau des Firmenkundengeschäfts habe es bereits vor drei Jahren gegeben, betonen Insider. Allerdings kommt der Schritt zur richtigen Zeitpunkt. JP Morgan gehört zu den staatlich besonders geschützten Banken, die massiv von den Ankündigungen des US-Präsidenten Barack Obama betroffen sind, falls sie umgesetzt werden.

Obama plant, den Eigenhandel der großen Banken zu unterbinden und möchte ihnen eigene Hedge-Fonds sowie Private-Equity-Gesellschaften untersagen. Analysten von JP Morgan schätzen, dass alleine der Anteil des Wertpapierhandels auf eigene Rechnung bei den Investmentbanken rund 15 Prozent am gesamten Handel beträgt, der sich gerade nach der Krise als größter Gewinnträger durch die Ausweitung der Margen entpuppte.

Aufbau kostet die Bank über 100 Mio. Dollar

Es sei geplant, über 100 Mio. Dollar in den Aufbau zu investieren und etwa 300 Banker zu beschäftigen, sagte Greg Guyett, JP Morgans Chef in Japan der Financial Times. In Deutschland und der Schweiz ist Martin Schütz für das Firmenkundengeschäft verantwortlich.

Bislang spielt das Geschäft in Deutschland und Österreich eine untergeordnete Rolle. Insgesamt sechs Banker arbeiteten in diesem Bereich, berichten Finanzkreise. Das Geschäft sei attraktiv, da es im Gegensatz zum Investment-Banking nicht vom schnellen Wechsel von Hoch- und Tiefphasen geprägt sei.

Seite 1:

JP Morgan will Etablierten das Wasser abgraben

Seite 2:

Kommentare zu " Firmenkundengeschäft: JP Morgan will Etablierten das Wasser abgraben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%