Fitch macht ernst
Ratingagentur straft Europas Banken ab

Fitch hatte bereits im April vor einer Herabstufung europäischer Banken gewarnt. Nun macht die Ratingagentur ernst. Dutzende Institute dürften betroffen sein – darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.
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FrankfurtDie Ratingagentur Fitch macht ernst mit der angedrohten Massen-Herabstufung europäischer Banken. Wie das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus Finanzkreisen erfuhr, stehen die Downgrades unmittelbar bevor – schon Anfang der Woche dürfte es so weit sein. Erwartet werden in den meisten Fällen Abwertungen um ein bis maximal vier Stufen. Die Ratingagentur hatte bereits im April gewarnt, dass bald Herabstufungen anstehen werden.

Damit reagiert Fitch auf die gesunkene Bereitschaft europäischer Regierungen, die Geldhäuser im Krisenfall zu stützen. Vergangenes Jahr hatte die EU die Banken-Abwicklungsrichtlinie verabschiedet, wonach bei einer Schieflage neben den Aktionären vor allem die Anleihegläubiger haften sollen – und eben nicht, wie meistens in der Finanzkrise, die Steuerzahler. Ein Sprecher der Ratingagentur wollte die Informationen nicht kommentieren.

Dutzende Institute dürften betroffen sein, darunter auch die Deutsche Bank, vor allem aber die Commerzbank. Macht Fitsch die Drohung wahr, fällt die Bewertung der Deutschen Bank leicht, deutlich härter dürfte es die Commerzbank treffen.

Kommentare zu " Fitch macht ernst: Ratingagentur straft Europas Banken ab"

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  • Frau Tanner hat völlig recht mit dem, was sie sagt.
    Es ist schon grotesk, wenn US-Ratingagenturen ganze Volkswirtschaften als unfähig erklären, wenn diese gegen Hasardeurspiele in der Finanzindustrie etwas unternehmen wollen, und volkswirtschaftliche Kosten nicht einfach der Allgemeinheit, also den Steuerzahlern aufbürden! Was ist das für ein Verständnis von Wohlfahrtsökonomie!

    Die USA haben eine in weiten Teilen andere Auffassung von Geldpolitik als die Eurozone. Darüberhinaus sind sie nach wie vor nicht bereit, dem "too big to fail" Problem entsprechend Rechnung zu tragen.
    Und daher sind die Ratingagenturen, mit einer Ausnahme alles US-Unternehmen, alles andere als neutral oder objektiv. Auch hier wird die Wirtschaftswelt einzig durch die US-Brille beurteilt und andere Volkswirtschaften arrogant abqualifiziert.
    Ich gehe davon aus, dass eine europäische Ratingagentur zu gänzlich anderen Ratings für US-Banken käme, aber auf eine gemeinsame EU-Ratingagentur konnten sich die Brüssel-Apparatschiks ja bis heute nicht einigen, und nehmen lieber weiterhin die kranke US-Meinungsführerschaft als gegeben hin.

    Wer es bis heute nicht erkannt hat, dass US-Ratingagenturen im US-Auftrag handeln und gezielt den europäischen Wirtschaftsblock schwächen wollen, der sollte sich die Fülle von Fällen der letzten 2 Jahre noch mal vergegenwärtigen.

  • Aha, also hatten die Banken das Rating aus der Haftung der Steuerzahler und nicht wegen der qualifizierten Führung der Vorstände oder der qualifizierten Bankenaufsicht, BAFin.

    Anders ausgedruckt:
    Die Steuerzahler verschafften den Vorständen die fetten Bonis! Das war ja Sozialismus pur. Individualisieren der Gewinne und Sozialisierung der Verluste.

    Das ist doch Schmierentheater was hier abgeht!

  • Banken werden herabgestuft? Wieder hat also die hemmungslose, gewissenlose Frau Merkel total versagt. Sie sagte doch die totale Unterstützung der Banker zu: Übernahme aller Fehler und Kosten, nur damit Banker weiter Fehler, Plünderung der Kunden, machen können. Wer zahlt wohl diue ganzen Strafen dr Banker? Nur der Bankkunde.Die Manager dürfen durch Frau Merkel ungestraft weiter so handeln, wie bisher.

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