Flucht in die Produkte erstklassiger Anbieter: Bei Lebensversicherern trennt sich Spreu vom Weizen

Flucht in die Produkte erstklassiger Anbieter
Bei Lebensversicherern trennt sich Spreu vom Weizen

Unter Deutschlands 120 Lebensversicherern wird sich die Kluft zwischen finanzstarken Branchengrößen und kleineren Konkurrenten einer Studie der Ratingagentur Moody's nach weiter vergrößern. Die Folge seien sinkende Überschussbeteiligungen und eine noch schnellere Konsolidierung in der Branche, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Papier.

Reuters LONDON. Wenn sich der Aktienmarkt nicht kräftig erhole, brauche der Sektor etliche Jahre, bis die Kapitalausstattung das Niveau der Vergangenheit wieder erreiche. Der Abbau der Aktienbestände bremse den Kapitalaufbau zusätzlich, warnt die Ratingagentur. Zu der Schwächung der Kapitalbasis habe auch die aggressive Politik im Blick auf die Überschussbeteiligung beigetragen. Diese seien trotz der jüngsten, teils drastischen Senkungen immer noch hoch.

„Sollte die Niedrigzinsphase anhalten (...), gehen wir davon aus, dass die Überschussbeteiligungen noch weiter reduziert werden müssen - in manchen Fällen vielleicht sogar erheblich“, schreibt einer der Autoren der Studie, Simon Harris. Einige größere und kapitalkräftige Versicherer nutzten die Situation aus, um sich durch anhaltend hohe Renditeversprechen zusätzliche Marktanteile zu sichern. Dies könne aber die positiven Wirkungen des wachsenden Neugeschäfts wieder zunichte machen. Aus der jährlich neu festgelegten Überschussbeteiligung - der Verzinsung auf den Sparanteil der Versicherungsprämie - ergibt sich der Ertrag aus der Police am Ende ihrer Laufzeit.

Den meisten deutschen Lebensversicherungen traut Moody's zu, die Konjunkturflaute zu überstehen. Gerade die kleinen Vertreter der Branche seien aber nicht flexibel genug, um ihre Kapitalnot zu beseitigen. Die geschwächte Kapitalbasis einiger Unternehmen werde die Konsolidierung beschleunigen und die Kluft zwischen großen und kleinen Versicherungen vergrößern. „Die jüngsten Zahlen zur Entwicklung der Marktanteile der größten deutschen Lebensversicherer lassen darauf schließen, dass die „Flucht' in die Produkte erstklassiger Anbieter bereits 2002 begonnen hat“, schreibt Harris.

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