FMS Wertmanagement

Bad Bank der HRE dämmt Verluste ein

Im Jahr 2011 hatte die FMS Wertmanagement noch ein Minus von zehn Milliarden Euro eingefahren. Im ersten Halbjahr 2012 ist der Verlust überschaubar. Doch noch immer liegen Milliarden an Risikopapieren im Portfolio.
3 Kommentare
Die FMS Wertmanagement hat noch Milliarden an Risikopapieren im Portfolio. Quelle: dpa

Die FMS Wertmanagement hat noch Milliarden an Risikopapieren im Portfolio.

(Foto: dpa)

MünchenDie „Bad Bank“ der verstaatlichten Hypo Real Estate hat den Steuerzahler dieses Jahr bisher vergleichsweise wenig belastet. Die bundeseigene Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement machte im ersten Halbjahr 50 Millionen Euro Verlust. 2011 hatte sie wegen der Abschreibung auf griechische Staatsanleihen mit rund zehn Milliarden Euro Verlust abgeschlossen.

Vorstandschef Christian Bluhm sagte am Dienstag, für 2012 erwarte er ein deutlich besseres Ergebnis. Das erste Halbjahr sei deutlich ruhiger verlaufen. Angesichts der Größe und Komplexität des abzuwickelnden Portfolios sei der moderate Verlust akzeptabel.

Seit Übernahme der Risikopapiere von der verstaatlichten Pfandbriefbank HRE vor zwei Jahren sei das Portfolio von 175,7 auf 151,4 Milliarden Euro verringert worden. Die günstige Refinanzierung ermögliche es, wertgeminderte Papiere bis zum Ende der Laufzeit zu halten und die Verluste zu begrenzen.

Das sind die Milliardenfriedhöfe der Geldinstitute
huGO-BildID: 13755195 ** ARCHIV ** Das Logo der Hypo Real Estate, aufgenommen am 7. Oktober 2008 am Hauptsitz des Unternehmens in Muenchen. Die Oppos
1 von 16

Bad Banks

In den sogenannten Bad Banks haben deutsche Institute seit dem Beginn der Finanzkrise ihre krisenverursachenden Schrottpapiere ausgelagert. Bad Banks sind also die Abwicklungsanstalten der Geldhäuser. Dort sollten die Papiere eigentlich still und leise beerdigt werden. Doch die Abwicklung zieht sich. Es kann noch lange dauern, bis alle Schrottpapiere „unter der Erde“ sind und in Frieden ruhen.
Die Krisengeschäfte wurden von den Banken entweder in externe Gesellschaften ausgelagert oder sie werden intern abgewickelt. Das größte Milliardengrab in Deutschland ist die Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE).

HRE-"Bad Bank" schreibt 3 Milliarden Euro ab
2 von 16

Hypo Real Estate

Ende 2010 lagerte die verstaatlichte Hypo Real Estate mit Unterstützung des Bundes Risikokredite und Randgeschäfte im Wert von 175 Milliarden Euro in eine Bad Bank aus. Die Gesellschaft ist rechtlich von der Münchener Hypo Real Estate abgespalten.

Buchungsfehler bei Abwicklung der HRE durch FMS Wertmanagement
3 von 16

Hypo Real Estate

Die Bad Bank firmiert unter dem Namen FMS Wertmanagement. Das Problem der sauberen rechtlichen Trennung ist, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Löcher der staatlichen Bad Bank mit Steuergeldern stopfen muss. Bis 2020 könnten noch weitere Milliarden-Abschreibungen folgen. In der Zusammenarbeit zwischen HRE und FMS gibt es zudem immer wieder Pannen. Denn das wenige Personal der FMS kann die Arbeit nicht ohne die HRE-Kollegen erledigen.
Der spektakulärste Fehler war dabei der 55-Milliarden-Euro-Rechenfehler im Herbst 2011. Schuld daran waren allerdings die Mitarbeiter der irischen HRE-Tochter Depfa, die ihre Kollegen nicht über abweichende Buchungsmethoden informiert hatten.

Bad Bank der Hypo Real Estate gestartet
4 von 16

Hypo Real Estate

Außerdem musste die Bad Bank FMS Wertmanagement Milliarden-Abschreibungen nach dem griechischen Schuldenschnitt hinnehmen. Insgesamt kamen so 8,9 Milliarden Euro zusammen. Weitere Belastungen durch die Hellas-Anleihen sind möglich. Im Geschäftsjahr 2011 hat die Bad Bank insgesamt 9,97 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Die gesunden Reste der Hypo Real Estate wurden unterdessen umbenannt. Die Bank schreibt ihre Kunden mittlerweile unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank (PBB) an.

Bilanzpressekonferenz WestLB
5 von 16

WestLB

Die Landesbank Nordrhein-Westfalens mit Sitz in Düsseldorf ist seit dem 1. Juli 2012 Geschichte. Die Bank wurde nach Vorgaben der EU-Kommission zerschlagen. Die Lasten der Vergangenheit werden dagegen nicht so schnell verschwinden.

Die Bad Bank der WestLB, die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), hatte Ende 2011 Schrottpapiere im Wert von 51 Milliarden Euro im Depot. Bei der Ausgliederung des schadhaften Portfolios Ende 2009 war der Nominalwert mit 77,5 Milliarden Euro allerdings noch ein Drittel höher. Der Abwicklungsplan sah ursprünglich einen Rückgang auf 55 Milliarden Euro bis Ende 2011 vor. Doch mit der Abwicklung der WestLB bekam die EAA einen neuen Haufen Arbeit.

WestLB-Abwicklungsanstalt
6 von 16

WestLB

Portfolios mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Euro werden nun aus der Erbmasse der WestLB bei der EAA landen. Für Verluste aus der Abwicklung stehen Steuerzahler und Sparkassen gerade. Allein für das mit besonders risikoreichen Papieren bestückte, „Phoenix“-Portfolio haben Land und Sparkassen Garantien in einer Höhe von fünf Milliarden Euro gegeben.

West LB-Mitarbeiter demonstrieren
7 von 16

WestLB

Der Immobilien-Finanzierer Westimmo ist als Ganzes in die Abwicklungsanstalt EAA überführt worden. Denn das Institut ist eine Pfandbrief-Bank - und damit nicht so leicht aufzulösen. Der Pfandbrief, eine mit Immobilien- oder Staatskrediten besicherte Bankanleihe, genießt in Deutschland einen hohen gesetzlichen Schutz. Die Kreditbestände können aber erst mit der Zeit abgebaut werden. Erst wenn Pfandbriefe fällig werden, werden auch Kreditsicherheiten überflüssig. Das Vermögen der Bad Bank EAA soll bis zum Jahr 2025 verkauft werden.

(Bild: Demo von WestLB-Mitarbeitern vor der Zentrale in Düsseldorf im Juni 2011)

  • dpa
Startseite

3 Kommentare zu "FMS Wertmanagement: Bad Bank der HRE dämmt Verluste ein"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "FMS Risikomanagement" wäre wohl der richtige Slogan. Bei dieser Bank noch von "Wertmanagement" zu sprechen, ist eigentlich dreist.

  • Das ist das Schöne, wenn man in der sozialistischen EU lebt. Man hat eigentlich nur eine Sorge....

    ...die lieben Banken, die man als Steuerzahler seit Jahren durchfüttern muß. Mit den eigenen sind wir noch nicht fertig, da geht es schon bei den lieben Nachbarn weiter und wir dürfen auch noch deren Bankster in ihren Palästen mit den Bonis mästen.

    Das ist so ein Trauerspiel, da kann man schon mal daran denken, die kleine, rote Haßmütze aufzusetzen.

  • "Schrottpapiere, still und leise beerdigen, unter der Erde sein." Alles Wortbrocken, die wohl verschleiern sollen. Warum nennen Sie die Dinge nicht beim Namen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%