Förderbank Begehrte Euro-Anleihen der KfW

Die KfW will 2018 erneut von der starken Nachfrage nach ihren Anleihen profitieren. Insgesamt plant sie Bonds von bis zu 75 Milliarden Euro. Für viele Investoren sind die Anleihen eine Alternative zu Bundeswertpapieren.
Update: 11.12.2017 - 16:56 Uhr 1 Kommentar
Refinanzierung: KfW will bis zu 75 Milliarden Euro aufnehmen Quelle: dpa
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Mit 54 Prozent lag der Anteil der in Euro ausgegebenen KfW-Anleihen 2017 auf einem Mehrjahreshoch.

(Foto: dpa)

FrankfurtAngst vor dem Platzen der Blase am Anleihemarkt? Ärger über die Europäische Zentralbank (EZB), die mit ihren Anleihekäufen andere Investoren vom Markt verdrängt? Frank Czichowski treiben diese an den Märkten viel diskutierten Themen nicht um. Als „sehr zufrieden“ beschreibt sich der für die Refinanzierung der KfW Bankengruppe zuständige Manager.

In diesem Jahr hat die staatseigene Förderbank Anleihen im Gegenwert von 77,3 Milliarden Euro platziert und damit gut sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig: 54 Prozent der KfW-Anleihen lauteten auf Euro – und damit so viele wie seit Jahren nicht. Insgesamt hat die Förderbank Anleihen in zehn verschiedenen Währungen ausgegeben. Auf Dollar entfielen 35 Prozent der KfW-Bonds, auf das britische Pfund sieben und auf japanische Yen zwei Prozent.

Die deutlich gestiegene Nachfrage der Investoren nach Euro-Anleihen der KfW ist laut Czichowski nicht nur auf die Käufe der EZB zurückzuführen. Auch asiatische Zentralbanken und internationale Vermögensverwalter griffen wieder stärker bei den Anleihen der KfW zu.

„Die Wahrnehmung Europas hat sich im Jahresverlauf deutlich positiv entwickelt und wird aktuell von guten wirtschaftlichen Daten untermauert“, betont Czichowski: „Dieses Stimmungsbild dürfte sich aufgrund der erfreulichen konjunkturellen Entwicklung in Euro-Land verfestigen.“ Von daher rechnet er auch für das nächste Jahr mit einer guten Nachfrage nach Euro-Anleihen. Insgesamt will die KfW 2018 Zinspapiere in verschiedenen Währungen über insgesamt 70 bis 75 Milliarden Euro begeben.

Die KfW hat – wie Deutschland – eine exzellente Kreditwürdigkeit und wird von allen führenden Ratingagenturen mit der Höchstnote „Triple A“ eingestuft. Dennoch bieten KfW-Anleihen um die 0,2 Prozentpunkte mehr Rendite als Bundesanleihen. Für viele Investoren gelten die KfW-Bonds als etwas besser verzinste Alternative zu Bundeswertpapieren. Das gilt gerade für die großen Benchmark-Anleihen mit anfänglichen Volumina zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Dabei hat die KfW in diesem Jahr vier Bonds nach der Platzierung weiter aufgestockt, um deren gute Handelbarkeit zu fördern. Die EZB, die im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms auch KfW-Anleihen kauft, hält die Papiere bis zur Fälligkeit und entzieht sie dem Handel.

Von Januar bis September wird die EZB ihre monatlichen Anleihekäufe auf 30 Milliarden Euro reduzieren. Doch auch danach wird es nach Einschätzung der KfW keinen plötzlichen Stopp geben. Außerdem investiert die EZB Geld aus fälligen Anleihen weiter in den Markt. Von daher rechnet Czichowski nicht mit unmittelbaren Problemen, sprich mit rasch und deutlich fallenden Anleihekursen und im Gegenzug steigenden Renditen.

Immer wichtiger werden für die KfW Green Bonds, also Anleihen, deren Mittel nur für die Finanzierung von umweltfreundlichen Investitionen verwendet werden dürfen. In diesem Jahr hat die KfW sieben Green Bonds über insgesamt 3,7 Milliarden Euro platziert. Auch im nächsten Jahr wird es grüne Anleihen der Förderbank geben.

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1 Kommentar zu "Förderbank: Begehrte Euro-Anleihen der KfW "

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  • Bedauerlicherweise fehlt in diesem Artikel wofuer die Kreditanstalt 75 Mrd Euro braucht.

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