Förderbank
KfW sondiert Verkauf weiterer Post-Anteile

Laut Finanzkreisen will die KfW weitere Anteile an der Post verkaufen und hat sich bereits Konzepte vorlegen lassen. Das Paket ist fast fünf Milliarden Eruo wert. Die Bundesregierung ist sich noch unschlüssig.
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Frankfurt/DüsseldorfDie staatliche Förderbank KfW lotet laut Finanzkreisen die Chancen auf einen Verkauf der restlichen milliardenschweren Beteiligung des Bundes an der Deutschen Post aus. Die Frankfurter KfW, bei der Post-Aktien im Wert von fast fünf Milliarden Euro liegen, habe Investmentbanken angesprochen, die Konzepte für einen Ausstieg vorlegen und mögliche Käufer suchen sollen, sagten drei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Mandate seien aber noch nicht vergeben worden. Welcher Anteil tatsächlich wann auf den Markt kommen wird, hängt von der Entscheidung des Bundes ab, wo es auch Stimmen für ein Abwarten gibt. In den vergangenen neun Monaten ist die Aktie des Bonner Logistikkonzerns um fast 50 Prozent gestiegen.

Käufer für den Anteil könnten etwa aus Asien kommen, wohin sich der Brief- und Logistikkonzern ohnehin orientiert. "Das wäre strategisch sinnvoll", sagte ein Investmentbanker. Dem Bund sei es aber daran gelegen, dass die weitere Privatisierung nicht in einer Zerschlagung des Konzerns münde. Die Post hatte sich von der Hauptversammlung auch die Option einräumen lassen, einen Börsengang im Ausland anzugehen. Finanzkreisen zufolge hatte sie dafür Hongkong ins Auge gefasst. Formal hält der KfW noch 30,5 Prozent an der Post. Davon sind aber 4,5 Prozent in einer Umtauschanleihe aus dem Jahr 2009 gebunden, deren Käufer sie bis 2014 in Post-Aktien tauschen können.

Die Post hatte in der Vergangenheit anklingen lassen, dass ihr weitere Privatisierungsschritte willkommen wären. Die Post, die KfW, das Bundesfinanz- und das Bundeswirtschaftsministerium wollten sich nicht äußern. "Zu unternehmensbezogenen Fragen nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag 2009 den Rückzug aus weiteren Staatsbeteiligungen befürwortet. Passiert ist seither nichts, die FDP mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler drängt aber immer wieder darauf. In Berliner Ministeriumskreisen hieß es, dort sei von Verkaufsplänen für die Post-Anteile nichts bekannt. Dort wird allerdings stets darauf verwiesen, dass die Beteiligung an der Post bei der KfW liege. In Finanzkreisen hieß es, der Bund sei noch unentschieden, ob er nicht auf bessere Kurse warten solle. Die KfW wolle den Verkauf dagegen vorantreiben.

In den Kreisen hieß es weiter, für einen Staatsausstieg bei der Deutschen Telekom gebe es derzeit keine Pläne. Anders als deren Aktie hat sich das Post-Papier zuletzt gut entwickelt. Gegenüber dem Zwölf-Monats-Tief Ende September 2011 hat sie um fast die Hälfte auf 13,29 Euro zugelegt. Anfang April lag sie sogar bei 14,83 Euro. Jüngster Kurstreiber war die Einigung der Post im Streit mit dem Fiskus über Umsatzsteuerzahlungen. Rund 516 Millionen Euro muss der Konzern zahlen und zieht damit einen Schlussstrich unter lange Debatten mit den Steuerbehörden. Es sei gut, dass nun Klarheit herrsche, hatten Analysten erklärt. (Weitere Reporter: Matthias Inverardi, Edward Taylor und Gernot Heller; redigiert von Till Weber

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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