Fondsgesellschaft Union Investment macht weniger Gewinn

Für Union Investment war 2016 kein erfolgreiches Jahr. Der Gewinn der Fondsgesellschaft brach aufgrund von Regulierungskosten und Investitionen ein. Die Kunden legten ihr Geld dennoch zuhauf bei Union Investment an.
Kommentieren
Die Fondsgesellschaft kämpfte im vergangenen Jahr mit Regulierungskosten – der Gewinn brach ein. Quelle: PR
Union Investment

Die Fondsgesellschaft kämpfte im vergangenen Jahr mit Regulierungskosten – der Gewinn brach ein.

(Foto: PR)

FrankfurtDie Fondsgesellschaft Union Investment hat im vergangenen Jahr wegen höherer Regulierungskosten und verstärkter Investitionen weniger Gewinn gemacht. Das Ergebnis vor Steuern sank um 16 Prozent auf 468 Millionen Euro. „2016 war kein einfaches, aber für Union Investment erneut ein sehr erfolgreiches Jahr“, sagte Vorstandsvorsitzender Hans Joachim Reinke am Donnerstag. Trotz des Gewinnrückgangs habe die genossenschaftliche Fondsgesellschaft das drittbeste Ergebnis in ihrer 61-jährigen Geschichte eingefahren.

Die verwalteten Vermögen erreichten mit 292,3 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – auch weil Privatkunden und institutionelle Anleger weiterhin viel frisches Geld zu Union tragen. Das Nettoneugeschäft lag mit 23,2 Milliarden Euro auf dem zweithöchsten Wert aller Zeiten – nach dem Rekordjahr 2015, als die Union 26,2 Milliarden Euro einwarb.

Die größten Börsenbetreiber der Welt
Platz 10: BM&F Bovespa
1 von 10

Die Bedeutung der brasilianischen Börse hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Das Land steckt tief in der Rezession. Neben den hausgemachten Problemen lastet auch die globale Konjunktureintrübung auf dem südamerikanischen Schwellenland. Die Börse in Brasilien hat sich dementsprechend katastrophal entwickelt. Auf Jahressicht hat der Bovespa über 15 Prozent verloren. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung reicht es deswegen nur für den zehnten Platz.

Marktkapitalisierung: 4,6 Milliarden Euro*

*Stand: 23. Februar 2016

Platz 9: Singapore Exchange
2 von 10

Die Singapore Exchange ist 1999 aus der Fusion der Stock Exchange of Singapore und der Singapore International Montary Exchange hervorgegangen. Insgesamt sind knapp 800 Unternehmen an der Börse in Singapur gelistet.

Marktkapitalisierung: 5,0 Milliarden Euro

Platz 8: ASX
3 von 10

Der Preisverfall an den Rohstoffmärkten hat auch Australien hart getroffen. Vor allem die Geschäfte mit dem Hauptabnehmer China verlaufen schleppend. Die jahrelang glänzend verlaufenden Geschäfte im Eisenerzhandel sind nicht mehr so gewinnbringend. Auf Jahressicht hat die ASX knapp 15 Prozent verloren. Das ging an der Marktkapitalisierung nicht spurlos vorbei.

Marktkapitalisierung: 5,3 Milliarden Euro

Platz 7: Japan Exchange Group
4 von 10

Die Börse in Tokio hat ein lange Geschichte. Gegründet wurde sie 1878. Seit 1999 gibt es keinen Parketthandel mehr, sondern nur noch den elektronischen Börsenhandel. Neben dem Tokyo Stock Exchange existierte noch die Osaka Securities Exchange, 2011 fusionierten sie. Die Japan Exchange Group ging 2013 an den Start und ist laut Marktkapitalisierung die siebtgrößte der Welt.

Marktkapitalisierung: 7,6 Milliarden Euro

Platz 6: Nasdaq
5 von 10

Die Nasdaq startete im Februar 1971 als vollelektronische Handelsplattform. Ihre ganz große Zeit hatte die Nasdaq in den 90er-Jahren. Inzwischen muss sie hart um Marktanteile kämpfen. Das Wahrzeichen der Börse im Herzen New York ist die Wand mit Bildschirmen. Hinsichtlich der Marktkapitalisierung liegt die Nasdaq zwar noch vor der Japan Exchange Group, doch der Abstand zu den Spitzenplätzen ist groß.

Marktkapitalisierung: 9,5 Milliarden Euro

Platz 5: London Stock Exchange
6 von 10

Die London Stock Exchange (LSE) könnte bald mit der Deutschen Börse fusionieren. Das Interesse der Deutschen ist allerdings nicht neu. Bereits 2004 buhlten die Deutsche Börse um die LSE. Damals scheiterten die Verhandlungen, weil den Londonern das Angebot zu niedrig war. Die LSE ist mit 3000 handelnden Unternehmen aus über 70 Ländern der internationalste aller Handelsplätze und über 300 Jahre alt.

Marktkapitalisierung: 12,2 Milliarden Euro

Platz 4: Deutsche Börse
7 von 10

Bei einem Zusammenschluss könnte das fusionierte Unternehmen aus Deutscher Börse und LSE zu einem der größten Börsenbetreiber der Welt aufsteigen. Aktuell liegen die Deutschen schon auf Platz 4.

Marktkapitalisierung: 15,9 Milliarden Euro

Während der Branchenverband BVI vor wenigen Tagen von einem kräftigen Einbruch der Zuflüsse bei den Publikumsfonds berichtete, legten die Privatanleger bei Union Investment mit 7,1 Milliarden Euro nur etwas weniger frisches Geld an als im Vorjahr. Union Investment habe vom starken Vertrieb über die Volks- und Raiffeisenbanken profitiert, erläuterte Reinke. Gefragt waren unter anderem Offene Immobilienfonds. Diese Nachfrage konnte Union Investment aber nur zu einem kleinen Teil bedienen. Nach elf Wochen seien alle Anteile an Offenen Immobilienfonds verkauft gewesen.

Bei den institutionellen Kunden wie Versicherern und Pensionskassen stellt Union Investment wegen der niedrigen Zinsen eine höhere Risikobereitschaft fest. „Die Kunden suchen händeringend nach Ertragsquellen, um ihre Anlageziele zu erreichen“, sagte Reinke. Union habe 74 Neukunden gewonnen, davon 71 aus dem nicht-genossenschaftlichen Sektor.

Gute Banken, schlechte Banken
Dunkler Himmel über den Banken in Frankfurt
1 von 11

Europas Banken stecken in der Krise – das wussten Marktbeobachter schon vor dem großen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere. Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Das KBV liegt bei fast allen Geldhäusern unter 1. Das bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen als von der Fortführung des Geschäfts – oder dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2016.

Platz 8: Deutsche Bank
2 von 11

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

Platz 9: Credit Suisse
3 von 11

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

Platz 10: Commerzbank
4 von 11

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

Platz 6: Unicredit
5 von 11

Nettogewinn: 975 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 8,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 12,8 Prozent

KBV: 0,70

Platz 6: UBS
6 von 11

Nettogewinn: 943 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 7,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 15 Prozent

KBV: 0,88

Platz 5: Barclays
7 von 11

Nettogewinn: 992 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,8 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,6 Prozent

KBV: 0,41

Reinke steht seit fast sieben Jahren an der Spitze der Union Investment. Einen Wechsel innerhalb des genossenschaftlichen Lagers oder zu einer anderen Fondsgesellschaft schloss er aus. Er habe den besten Job der Welt, sagte Reinke. „Ich bin jung und brauche das Geld und will hier sitzen bleiben.“

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Fondsgesellschaft - Union Investment macht weniger Gewinn

0 Kommentare zu "Fondsgesellschaft: Union Investment macht weniger Gewinn"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%