Formel-1-Anteile
Neue Beschuldigte in BayernLB-Affäre

Die BayernLB-Affäre weitet sich aus: Gegen Ex-Bankvorstand Gribkowsky wurde Anklage erhoben, gegen Formel-1-Chef Ecclestone laufen Ermittlungen. Jetzt rücken noch weitere Verdächtige ins Visier der Ermittler.
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Noch mehr Beschuldigte in der BayernLB-Affäre um den umstrittenen Verkauf der Formel-1-Anteile der Landesbank: Neben Ex-Bankvorstand Gerhard Gribkowsky und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone führe die Münchner Staatsanwaltschaft gut ein halbes Dutzend weitere Beschuldigte in der Affäre, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dabei gehe es um Vertraute und Berater aus dem Umfeld von Gribkowsky und Ecclestone. Die Staatsanwaltschaft war am Sonntag zunächst nicht zu erreichen.

Nach dem öffentlichen Eingeständnis des Formel-1-Chefs zur Zahlung von 44 Millionen Dollar an Gribkowsky verlangt die SPD Auskunft von Staatsregierung und Verwaltungsrat. "Es ist erschreckend, mit welcher Leichtigkeit solche Betrügereien in der BayernLB abgewickelt werden konnten", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Landesbank-Kontrollkommission im Bayerischen Landtag, Inge Aures (SPD). "Weder in der Bank selbst noch im Vorstand gab es offensichtlich Kontrollen."

Ecclestone hatte dem britischen "Daily Telegraph" gegenüber die Zahlung eingeräumt. Gribkowsky habe ihm indirekt gedroht, die britische Steuerbehörde auf Finanzgeschäfte in Zusammenhang mit seine Investmentgesellschaft Bambino Holdings hinzuweisen. Zwar sei da alles in Ordnung, aber er habe vermeiden wollen, sich womöglich jahrelang in kostspieligen Gerichtsprozessen gegen Anschuldigungen verteidigen zu müssen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte vor wenigen Tagen gegen Gribkowsky Anklage unter anderem wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung erhoben, da er beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB kräftig mitkassiert habe. Gegen Ecclestone laufen noch Ermittlungen wegen Beihilfe zur Untreue. Gribkowsky sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft.

Gribkowsky betreute 2006 als Risikovorstand für die BayernLB den Verkauf der Formel-1-Anteile an den britischen Finanzinvestor CVC Capital Partners. Mit Hilfe von Briefkastenfirmen auf Mauritius und den britischen Jungferninseln sollen die Bestechungszahlungen verschleiert worden sein. Die Anteile an der Formel 1 waren der BayernLB nach der Pleite der Kirch-Gruppe 2002 als Sicherheiten zugefallen.

Zudem werfen die Ermittler Gribkowsky Unregelmäßigkeiten bei einem Grundstücksgeschäft vor. Der BayernLB soll insgesamt ein Schaden von knapp 66,5 Millionen Dollar entstanden sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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