Fosun-Gründer
Der „Warren Buffett von China“ ist wieder da

Der in der Vorwoche verschwundene Milliardär Guo Guangchang ist wieder aufgetaucht. Doch die Aktie seines Unternehmens, das deutsche Banken kaufen will, stürzt weiter ab.

ShanghaiNach seinem Verschwinden in der vergangenen Woche ist der Gründer des chinesischen Investors Fosun, Guo Guangchang, erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Guo, Spitzname der „Warren Buffett Chinas“ habe an einer Firmenveranstaltung in Shanghai am Montag teilgenommen, berichten chinesische Medien. Der Milliardär habe weder Auskunft über seinen zwischenzeitlichen Verbleib gegeben noch Bezug auf eine Fosun-Erklärung vom Sonntag genommen, wonach der Fosun-Gründer die chinesischen Behörden bei Ermittlungen unterstützt. Es handele sich in erster Linie um eine „private Angelegenheit“ des Firmengründers, erläuterte eine Firmensprecherin. Die Ermittlungen würden nicht bedeuten, dass es bei Fosun Probleme gibt.

Guo habe in Shanghai lediglich zur Strategie und dem Geschäft der Investmentgesellschaft gesprochen, die unter anderem um das deutsch-britische Institut BHF Kleinwort Benson und die Privatbank Hauck & Aufhäuser buhlt. Eine Firmensprecherin wollte keine Details über die Veranstaltung bekanntgeben.

Zuvor hatte Fosun mitgeteilt, dass Guo Guangchang seit seinem mysteriösen Verschwinden vor vier Tagen der Polizei in Shanghai bei Ermittlungen geholfen habe. Das Verschwinden des 48-Jährigen, der als einer der reichsten Männer Chinas gilt, hatte in der vergangenen Woche dazu geführt, dass die Fosun-Aktie vom Handel ausgesetzt wurde. Investoren befürchteten, dass sich die Affäre rund um den Gründer auf das Geschäft der Firma auswirken könnte, die unter anderem an der Ferienresort-Kette Club Med und dem britischen Reisekonzern Thomas Cook beteiligt ist. Am Montag ging es für den Anteilsschein in der Spitze um bis zu 13,5 Prozent abwärts.

Die chinesische Regierung hat in den vergangenen Monaten ihre Anti-Korruptionsermittlungen vor allem im Finanzsektor deutlich ausgeweitet. Dabei war zwischenzeitlich bereits Guos Name gefallen. Guo hat ein Imperium aus verschiedenen Firmen aufgebaut, das vom Versicherungs- über den Banken- bis in den Freizeitsektor reicht. Sein Privatvermögen wird auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt.

Das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ hatte am Freitag zuerst berichtet, dass Guo Guangchang nicht mehr von seinen Mitarbeitern erreicht werden könne. Nutzer von sozialen Netzwerken hätten beobachtet, wie er am Flughafen von Shanghai von Polizisten abgeführt worden sei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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