Fragwürdiges Pensionssystem
WestLB-Nachfolger betreibt Briefkastenfirma auf Jersey

Auf der Kanalinsel Jersey hatte die WestLB einen fragwürdigen Pensionsplan für Mitarbeiter aufgelegt. Die Nachfolgebank Portigon setzt das System fort – obwohl es in ähnlichen Fällen bereits Rechtsstreitigkeiten gibt.
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DüsseldorfDie ehemalige Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat mehr als ein Jahrzehnt über eine Briefkastenfirma auf Jersey ein fragwürdiges Pensionssystem für ihre Mitarbeiter in London betrieben. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Insiderkreise und Unterlagen aus Registern der Kanalinsel. Die Firma, die 1998 gegründet wurde, sei bis 2012 unter dem Namen WestLB International Services Ltd. geführt worden. Danach wurde sie in Portigon International Services Ltd. umfirmiert. Die britische Kanalinsel Jersey gilt als Steueroase, die bisher kaum am internationalen Austausch von Bankdaten teilnimmt.

Der Pensionsplan wird von dem WestLB-Nachfolgeunternehmen Portigon bis heute fortgeführt, wie Portigon auf Nachfrage bestätigte. Portigon und das Finanzministerium Nordrhein-Westfalen berufen sich jedoch darauf, dass dahinter ein international anerkanntes und von den britischen Steuerbehörden gebilligtes System zur Altersvorsorge durch Gehaltsumwandlung stecke.

Teilnehmer des Pensionsplans seien ehemalige Mitarbeiter der WestLB, die nicht dauerhaft in London beheimatet waren. Zum finanziellen Volumen des Pensionsplans sowie zur Zahl der Teilnehmer und deren Funktion äußerte sich Portigon nicht.

Das Altersvorsorgesystem und die involvierten Firmen auf Jersey weisen allerdings große Ähnlichkeiten mit einem von der Schweizer Großbank UBS geplanten Schema zur Steuervermeidung auf. Die UBS hatte für das Steuerjahr 2003 versucht, ein System zu etablieren, um britische Einkommensteuer und Sozialversicherungsabgaben auf Boni ihrer nicht auf Dauer in London residierenden Banker zu vermeiden. Auch ein zur Deutschen Bank gehörendes Unternehmen hatte einen solchen Plan aufgelegt.

Über die Legalität der Modelle von UBS und der DB Group Services streiten die Banken derzeit in dritter Instanz vor den britischen Finanzgerichten.

Kommentare zu " Fragwürdiges Pensionssystem: WestLB-Nachfolger betreibt Briefkastenfirma auf Jersey"

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  • Bei der West LB ist wirklich sehr vieles sehr fragwürdig. Verwunderung oder gar Empörung habe ich in diesem Zusammenhang längst eigestellt.

    Die WestLB ist aus dem Bankhaus Delbrück Schickler und Co. hervorgegangen und dieses Bankhaus wiederum war Verwalter des Treuhandfonds der NSDAP. (auf diesen Treuhandfonds wurden z. Bsp. am 27. Februar, dem Tag des Reichstagsbrandes, 400.000 Mark von der IG Farben eingezahlt. Ein Schelm wer böses dabei denkt...)

    Der Gründer dieser Bank war Adelbert Delbrück (er war auch Mitbegründer der Deutschen Bank), dessen Urgroßneffe ist, welch Überraschung - Peer Steinbrück, der merkwürdigerweise bis zu deren Aufspaltung wieder im Vorstand der WestLB saß...

    und so schließt sich wieder mal einer der vielen Kreise aus finanzpolitischen Verbandelungen und Abhängikeiten und die Erkenntnis, dass die Welt nichts aus der Geschichte gelernt hat.

    Wie sagte schon Thomas Jefferson...
    Ich meine, dass Bankinstitute unsere Freiheiten stärker gefährden als stehende Armeen. Wenn das amerikanische Volk den Privatbanken jemals die Herausgabe ihres Geldes erlaubt, dann werden die Banken, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, den Menschen ihr gesamtes Eigentum rauben, bis ihre Kinder auf dem von ihren Vätern eroberten Kontinent obdachlos aufwachen. Das Recht der Geldschöpfung sollte den Banken genommen und dem Volk zurückgegeben werden, dem es ordnungsgemäß gehört.

    http://2.bp.blogspot.com/--yud0E9KanA/UZOLUFnninI/AAAAAAAABxI/jqfqDwFmLtw/s1600/Schlafherde.gif

  • "Über die Legalität der Modelle von UBS und der DB Group Services streiten die Banken derzeit in dritter Instanz vor den britischen Finanzgerichten." Interessant! Leute wie der Uli müssen vielleicht noch in den Knast und die Bankster möchten diesen Betrug noch legalisieren. Verrückte Welt.

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