Frankfurt im Fintech-Fieber
„Die Anpassungsfähigsten werden überleben“

Beim Branchentreff „Frankfurt Finance Summit“ zählten Finanztechnologie-Firmen und Blockchain am Donnerstag zu den wichtigsten Themen. Neuigkeiten gab es auch zum Start des Fintech-Zentrums in der Mainmetropole.

FrankfurtJetzt soll alles ganz schnell gehen. In vier Monaten soll das Frankfurter Fintech-Zentrum eröffnet werden, das kündigte am Donnerstag der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf der Konferenz „Frankfurt Finance Summit“ an. Der genaue Standort steht noch nicht fest. Zwei Immobilien seien derzeit in der engeren Auswahl und Ende Juni solle der Mietvertrag unterschrieben werden, so der Minister.

Den Anstoß für dieses Zentrum hatte die hessische Landesregierung im vergangenen Dezember mit einer Ausschreibung gegeben. Darin rief sie Interessierte dazu auf, Konzepte für ein Fintech-Zentrum in Frankfurt einzureichen, um die Stadt, wie es hieß, „als innovativen Standort für IT-getriebene Start-ups im Finanzsektor zu positionieren“.

„In Frankfurt hatten wir das Aufkommen der Fintechs schon ein bisschen verschlafen, aber jetzt sind wir mit voller Kraft dabei“, sagte Lutz Raettig, Präsidiumssprecher der Finanzplatz-Initiative Frankfurt Main Finance am Donnerstag. „Das Fintech-Zentrum wird die Kommunikation zwischen Start-ups, Banken und den Regulierern weiter verbessern.“ Gemeinsam mit der hessischen Landesregierung will die Initiative das Zentrum zum Laufen bringen, es jedoch nicht dauerhaft leiten. „Unser Ziel ist es, Kontakte herzustellen, Investoren anzuwerben und zwischen verschiedenen Interessen zu vermitteln“, so Raettig.

Ähnliches machen bereits die Deutsche Börse mit einem eigenen Fintech-Hub und die Commerzbank mit dem Mainincubator. Kürzlich hat zudem die Deutsche Bank ihre sogenannte Digitalfabrik vorgestellt, in der 400 IT- und Bankexperten zusammenkommen, um an neuen Produkten und Dienstleistungen zu arbeiten und es Platz für für externe Fintech-Kooperationspartner gibt. Zusätzlich betreiben einige Banken Innovation Labs, in denen sie selbst an neuen Technologien arbeiten.

Finanztechnologie-Start-ups haben sich in den vergangenen Jahren zum festen Bestandteil der Finanzbranche entwickelt. Viele sehen sich als Angreifer auf die etablierten Institute, werben mit einem besseren Kundenservice und vereinfachten Prozessen wie schneller Kreditvergabe, einfachen Bezahlmethoden oder automatisierter Vermögensverwaltung.

Weniger sichtbar für den Bankkunden sind dagegen sie kooperativen Fintechs, die dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen der Bank und ihren Kunden einfacher wird – etwa durch Online-Identifikationsverfahren, vereinfachte Überweisung oder indem sie es ermöglichen, das der Kunde mit nur einer Smartphone-App auf alle seiner persönlichen Konten zugreifen kann.

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Blockchain könnte für Banken gefährlich werden

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