Frankfurter Sparkasse
Rekordergebnis trotz LBB-Abschreibung

Trotz Millionen-Abschreibungen auf die LBB hat die Frankfurter Sparkasse 2011 das beste Ergebnis der Geschichte erzielt. So konnte die Kernkapitalquote auf satte 14,7 Prozent aufgestockt werden.
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FrankfurtDie Frankfurter Sparkasse hofft auf ein engeres Zusammenrücken des Fondsdienstleisters Dekabank und der Landesbank Berlin (LBB). Wenn die Kleinaktionäre der LBB erst einmal herausgedrängt seien und die Landesbank ganz den Sparkassen gehöre, „haben wir die Möglichkeit, strategische Fragen auf ganz neuer Grundlage zu beantworten“, sagte der Vorstandschef der viertgrößten deutschen Sparkasse, Herbert Hans Grüntker, auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.

Beide Häuser gehören inzwischen den deutschen Sparkassen, eine Abschreibung auf den Firmenwert der LBB bescherte ihnen im vergangenen Jahr aber Verluste. Während der scheidende Präsident des Sparkassenverbandes DSGV, Heinrich Haasis, Überschneidungen sieht und beide Institute auf Sicht zusammenbringen will, bremst die Dekabank. Deren kommissarischer Vorstandschef Oliver Behrens hatte gesagt, die Gespräche mit der LBB-Fondsgesellschaft LBB Invest seien abgebrochen worden. In der Immobilienfinanzierung gebe es kaum Überschneidungen, ergänzte Finanzchef Matthias Danne.

Allein die Frankfurter Sparkasse hatte für die Aufstockung der Deka-Anteile 20 Millionen Euro ausgegeben. Die Millionen-Abschreibung auf die LBB, die steuerlich nicht absetzbar ist, bremste den Gewinnanstieg der Fraspa im vergangenen Jahr. Dennoch reichte es vor Steuern mit 109,5 (2010: 82,2) Millionen Euro zum besten Ergebnis in der Geschichte der 1822 gegründeten Bank, die als eine von wenigen Sparkassen ganz ihrer Landesbank gehört. Der Nettogewinn stagnierte 2011 bei 60 Millionen Euro.

Die Helaba bekommt davon 35 Millionen Euro, 2010 waren es 40 Millionen. Mit dem Rest stockte die Fraspa ihre Kernkapitalquote auf 14,7 Prozent auf - weit mehr als die Regulierer auch künftig fordern. Während das Provisionsergebnis leicht schrumpfte, legte der Zinsüberschuss um 8,6 Prozent zu - vor allem dank eines lebhaften Geschäfts mit Immobilienkrediten in der Boom-Region Rhein-Main. Insgesamt wuchs das Kreditgeschäft um 3,3 Prozent. Von einer Kreditklemme könne keine Rede sein. „Wir hätten gerne noch mehr Kreditgeschäft hereingenommen“, sagte Grüntker. Für 2012 sei er „verhalten optimistisch“.

Die letzten 125 Klagen von Anlegern gegen die Fraspa wegen des Verkaufs von Lehman-Zertifikaten seien beigelegt, sagte der Vorstandschef. „Das Thema ist für uns abgeschlossen.“ Die Bank hatte kurz vor einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs im vergangenen Jahr eingelenkt und die Anleger für die Ausfälle der vermeintlich sicheren Anlagen entschädigt. Die Rückstellungen reichten dafür offenbar aus. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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