Französische Großbank

Griechenland belastet BNP Paribas

Die französischen Banken sind in Griechenland besonders stark engagiert. Das zeigt sich überaus deutlich in der Quartalsbilanz: Der BNP Paribas bricht der Gewinn unter den Füßen weg - sogar noch kräftiger als befürchtet.
Update: 03.11.2011 - 12:10 Uhr 15 Kommentare
Die BNP Paribas muss viel einstecken derzeit. Quelle: Reuters

Die BNP Paribas muss viel einstecken derzeit.

(Foto: Reuters)

ParisDer Gewinn von Frankreichs größter Bank BNP Paribas ist im dritten Quartal wegen hoher Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen eingebrochen. Der Überschuss fiel um knapp 72 Prozent auf 541 Millionen Euro, wie das Finanzinstitut am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit fast einer Milliarde Euro gerechnet. Nach eigenen Angaben verkaufte BNP im abgelaufenen Quartal Staatsanleihen von Eurozonen-Staaten in Milliardenhöhe und verbuchte eine Abschreibung von zwei Milliarden Euro auf griechische Bonds.

Viele Investoren sind misstrauisch, weil die französischen Institute stärker als andere europäische Banken Bilanzierungsspielräume nutzten, um ihre Griechenland-Anleihen möglichst wenig abzuschreiben. Sie werfen ihnen ungenügende Informationen und mangelnde Transparenz vor. Doch um weitere Abschreibungen werden die Institute nach dem Schuldenschnitt für Griechenland nicht herum kommen.

BNP Paribas hat auf sämtliche griechischen Staatsanleihen Abschreibungen in Höhe von 60 Prozent vorgenommen. Sie stehen jetzt noch mit 1,6 Milliarden Euro in den Büchern. Ende Juni waren es noch vier Milliarden Euro gewesen. Ohne diese Maßnahme wäre der Überschuss im Vergleich zum dritten Quartal 2010 um 2,4 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro gestiegen, wie der Chef des Geldhauses, Baudouin Prot, sagte. Er betonte: „Eine Pleite Griechenlands wäre für BNP handhabbar.“ Auf dem Spiel stünden in diesem Fall vor allem die Staatsanleihen, hinsichtlich Kreditvergabe sei das Institut in dem Land wenig engagiert.

Auch in den übrigen von der Schuldenkrise besonders betroffenen Ländern Europas hat BNP den Wert der Staatsanleihen in der Bilanz kräftig reduziert. Die Bank hält nun noch spanische Staatsanleihen in Höhe von 0,5 Milliarden Euro, irländische in Höhe von 0,3 Milliarden Euro und portugiesische in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Den Wert italienischer Staatsanleihen verringerte die Bank im Vergleich zu Ende Juni von 20,8 Milliarden Euro auf 12,2 Milliarden Euro.

Im Investment-Banking sanken die Einnahmen „in einem sehr schwierigen Markt“ um fast 40 Prozent. BNP kommt beim angestrebten Abbau risikogewichteter Aktiva im Umfang von 70 Milliarden Euro vorwärts. Für 63 Milliarden Euro davon, ist die Reduzierung angestoßen.

BNP hatte bereits zuvor angekündigt in „erheblichem“ Umfang Stellen im Investment-Banking zu streichen. Das präzisierte Prot am Donnerstag nicht weiter. Er sagte lediglich, von Mitte November an würde der Arbeitsplatzabbau in den betroffenen Ländern kommuniziert. Er werde allerdings nicht so drastisch ausfallen wie bei einigen Konkurrenten, weil BNP in diesem Bereich seit zwei Jahren nicht eingestellt habe.

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15 Kommentare zu "Französische Großbank: Griechenland belastet BNP noch stärker als befürchtet"

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  • @Schneve

    Immer schön langsam, wie bereits erwähnt ist das Banking für systemrelevante Banken ein Kinderspiel. Wenn man versteht wie Banken Geld und Zinsen produzieren, dann ist das ganze nur noch "Bruchteil (fractional reserve banking)" von dem was viele andere Industrien leisten müssen um nur annähernd solche Gewinne zu generieren, trotz miserablem Missmanagements. Das ist nämlich das tragische.
    Bitte folgendes Video schauen und dann argumentieren:

    http://video.google.com/videoplay?docid=6433985877267580603#

  • Schwach und unsachlich. BNP Paribas ist eine Privatbank und hat trotz Abschreibungen von 60% auf Griechenlandanleihen einen guten Gewinn vorgewiesen (von der Börse honoriert); auch das Handelsblatt sollte besser recherchieren anstatt dubiose Artikel zu schreiben. Und woher stammen diese Vorurteile was Frankreich und französische Banken betrifft. Bitte leben und leben lassen

  • 1. Privatbank keine Staatsbank
    2. BNP zeigt eins der besten Risikomanagments
    3. Herr Prot ist einer der führenden Banker Europas
    4. Nonnenmacher hat eine Bank in den Ruin getrieben. Prot bringt die Bank sicher durch Zeiten der Krisen. Ebenso Krise 2008, BNP war eine der einzigen Banken die diese Jahre positiv abgeschlossen hatte und als Gewinner herausstach.
    5. Wenn Sie keine Ahnung haben ist es besser keinen Kommentar abzugeben

  • Die BNP kann herzlich wenig, außer Arroganz zu zeigen und in I und Gr sich zu engagieren. Alte, verkommene französische Staatsbank halt. Und der Meister Prot gehört auch mal in Rente geschickt.

  • "Griechenland belastet BNP noch stärker als befürchtet"

    Die Bankvorstände haben wohl keine Ahnung von ihrem Job.
    Anstatt mit Wissen lenken sie ihre Firmen mit Befürchtungen,
    und bekommen dafür exorbitante Gehälter und Boni. Da ist doch etwas total systemisch falsch gelaufen. Eine Korrektur ist wohl nicht mehr möglich. Da hilft nur der Hades bei Athen.

  • "Die SocGen versucht sich unter anderem von ihrem Anteil am größten US-Brokerhaus Newedge zu trennen, das sie zusammen mit CA betreibt. Durch Verkäufe will sie vier Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln. Zusätzlich plant die Bank eine bisher nicht konkretisierte Verkleinerung ihrer Belegschaft und eine Senkung der Kosten im Investment-Banking um fünf Prozent."

    Bravo! Das für unsere Volks-Realwirtschaften überflüssige Schmarotzer-Investmentbanking wird endlich gesundgeschrumpft!

    "... eine Senkung der Kosten im Investment-Banking um fünf Prozent." Das ist wohl ein Schreibfehler: Richtig ist mind. 50 Prozent.


    "Lakhani sieht das Kursziel bei 35 Euro, statt wie zuvor bei 38 Euro. Das wäre im Vergleich zum derzeitigen Aktienwert aber immer noch eine Verdoppelung."

    Lakhani scheint reif zu sein für die Klappsmühle. Scheint total durchzudrehen, der arme Kerl. Nichts mehr mit 6 Stunden Golfspiel am Tag mit seinen Vorstandskollegen. Auch keine Yachtausflüge übers Wochenende mit osteuropäischen Sklavinnen.

  • Ihr alle fallt in das Geschwafle der Medien rein. Komisch dass deutsche Zeitungen von "Belastung" sprechen, andere internationale Zeitungen jedoch von "Gewinn trotz hohen Abschreibungen". Ist alles nur eine Sache der Darlegung und Interpretation. Wenn man vom ganzen System keine Ahnung hat, sollte man sich zurückhalten mit Äusserungen die keinen Sinn ergeben. Die BNP hat bisher von Anfang an alle Fakten auf den Tisch gelegt. Wo sind diese Fakten der Banken in Deutschland, wie sieht es mit den Sparkassen aus? Von denen hört man nix. Solange man mit dem Finger auf andere zeigt ist man selbst nicht im Gespräch. Irgendwann zahlt sich das aber aus. Wieso hängt Merkel sich wie einen Dackel an Sarkosy's Bein? Weil sie selbst nicht weiss was sie sagen soll. Merkosy ist nicht die Rettung für Europa!!!
    Wieso errinern mich diese Artikel und Aussagen an die Bild-Zeitung. Ist Deutschland wirklich komplett in die Bild-Mentalität gefallen? Bild dir deine Meinung, nein, wir bilden deine Meinung! Selig die, die auf diesen Blödsinn reinfallen. Lest mal zwischen den Zeilen, denkt objektiv, aber das überlast Ihr ja lieber den Medien.

  • "BNP Paribas bricht der Gewinn unter den Füßen weg - sogar noch kräftiger als befürchtet."

    Das ist doch großartig. Dann wird der Großbanken-Emporkömmling Narkosie nicht mehr gewählt und kann unsere Murksel nicht mehr auf unsere Kosten über den Tisch ziehen und bisi-bisi machen.

    Zudem braucht kein Mensch, keine Realwirtschaft solche Schmarotzer-Banken.

  • @Odysseus

    Warum Banken so schnell wieder Profit machen ist einfach erklärt. Jedes Jahr wird die G&V wieder auf 0 gestellt. Und im Gegensatz zu "normalen" Industrien ist die Bankindustrie ein sicheres Geschäftsmodell (zumindest für die systemrelevanten) da die Mehrheit irgendwie doch ein paar Provisionen und Zinsen dort lässt (sei es auf direktem oder indirektem Wege durch Überweisungen). Deshalb sagt man unter Fachleuten auch Bankenpoly. Des weiteren ist die Branche mittlerweile so trickreich, dass selbst David Copperfield ins Staunen geraten würde wenn er sehen würde wie das Geld wie aus dem "Nichts" dank der EZB wieder neu spriesst.

    Also hier ein Link für Dich, damit Du nicht so staunen musst:

    http://www.youtube.com/watch?v=6wQ_iU_KF2k

  • Ich kann dieses Gejammere und die ewige Dramatisierung der Lage nicht mehr hören. Da macht eine französische Bank nach unglaublich hohen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen noch unglaublichen Gewinn, wir reden von GEWINN nicht VERLUST, von ca. 500 Millionen Euro und dann redet die Wirtschaftspresse von "Belastungen" und "Bankenrettung". In welcher Welt leben wir eigentlich, das satte Bankengewinne als Untergang der Finanzbranche dargestellt werden. Für Banken die Gewinn machen, sollte nicht ein einziger Steuercent verschwendet werden. Hilfe nur wenn nötig...

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