Französische Großbank
Korruptionsaffaire um russische SocGen-Tochter

Eine Korruptionsaffäre erschüttert die Bemühungen der französischen Großbank Societe Generale in Russland Fuß zu fassen. Der Chef der Russland-Tochter Rosbank wird verdächtigt, illegale Zuwendung erhalten zu haben.
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MoskauDas Russland-Geschäft der französischen Großbank Societe Generale wird von einer Korruptionsaffäre erschüttert. Der Chef der SocGen-Tochter Rosbank, Wladimir Golubkow, sei zur Vernehmung festgenommen worden, teilte das Innenministerium in Moskau am Mittwoch mit. Er werde verdächtigt, illegale Zuwendungen von insgesamt umgerechnet rund 120.000 Euro (fünf Millionen Rubel) erhalten zu haben. Zudem solle er für die Vergabe eines Kredits Schmiergeld von umgerechnet 1,2 Millionen Euro verlangt haben.

Auch ein zweiter hochrangiger Bank-Mitarbeiter wurde den Angaben des Ministeriums zufolge festgenommen. Ihm werde zur Last gelegt, bei den Geschäften als Mittelsmann agiert zu haben. Das Institut wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Für SocGen ist die Affäre ein Rückschlag bei den kostspieligen Bemühungen, stärker in Russland Fuß zu fassen.

Golubkow ist seit 2008 Chef der Rosbank. Nach seiner Festnahme soll sein Stellvertreter Igor Antonow die Amtsgeschäfte vorübergehend führen. Rosbank will nach eigenen Angaben mit den Behörden bei der Untersuchung der Vorfälle kooperieren. Societe Generale hat für ihre Beteiligung von rund 82 Prozent an Rosbank etwa vier Milliarden Euro auf den Tisch gelegt.

Andere westeuropäische Banken wie Barclays und HSBC haben schon vor Jahren den Konkurrenzkampf mit den Staatsbanken Sberbank und VTB aufgegeben. Zahlungen als Gegenleistung für einen Kredit sind in der russischen Bankenbranche nicht ungewöhnlich, bleiben zumeist aber geheim. Sie kommen oft nur ans Licht, wenn ein Wettbewerber die Behörden darauf ansetzt. Präsident Wladimir Putin hatte einen verstärkten Kampf gegen die weit verbreitete Korruption angekündigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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