Französische Großbank Russlandgeschäft von SocGen leidet unter Krim-Krise

Die Ukraine-Krise kostet die französische Großbank Societe Generale viel Geld. Eine halbe Milliarde Euro musste das Finanzinstitut allein am Mittwoch auf den Firmenwert des Russland-Geschäfts abschreiben.
Update: 07.05.2014 - 11:32 Uhr Kommentieren
Zentrale der Societé Générale in Paris: Das Geschäft in Russland macht der Bank Probleme. Quelle: Reuters

Zentrale der Societé Générale in Paris: Das Geschäft in Russland macht der Bank Probleme.

(Foto: Reuters)

ParisDer Konflikt des Westens mit Russland kommt die französische Großbank Societe Generale (SocGen) teuer zu stehen. Das nach BNP Paribas zweitgrößte Geldhaus des Landes schrieb 525 Millionen Euro auf den Firmenwert der russischen Tochter Rosbank ab. Die Pariser haben bereits viel Geld in das Institut gesteckt, das sich in einem harten Wettbewerb mit staatlich kontrollierten Banken befindet. Zudem wurde ein Top-Manager der Rosbank wegen Bestechungsvorwürfen verhaftet. Darüber hinaus treffen die Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise besonders die Finanzbranche des Landes.

SocGen begründete die Wertberichtigung am Mittwoch mit den Unsicherheiten in Russland und der Talfahrt des Rubel. Eine zufriedenstellende Rendite werde das Russland-Geschäft erst 2016 abwerfen. Neuigkeiten zur dortigen Strategie sollen nächste Woche veröffentlicht werden. Wegen der Abschreibung fiel der Nettogewinn des Konzerns im ersten Quartal um 13 Prozent auf 315 Millionen Euro, obwohl sich die Einnahmen um 14 Prozent erhöhten. SocGen ist traditionell stark abhängig vom Investmentbanking. Wie viele Konkurrenten im Ausland gab es auch bei den Franzosen Einbußen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Hier fielen die Einnahmen um gut ein Viertel. Im Aktienhandel lief es dagegen besser. SocGen-Aktien büßten in einem schwächeren Börsenumfeld knapp zwei Prozent ein.

Besser lief es bei der Nummer drei am französischen Bankenmarkt, der Credit Agricole. Hier kletterte der Quartalsgewinn um knapp 30 Prozent auf 868 Millionen Euro. Das Institut profitierte von Kostensenkungen, geringeren Rückstellungen für faule Kredite sowie Fortschritten im Italien-Geschäft. Zahlreiche Übernahmen im Ausland hatten Credit Agricole große Probleme eingebracht, unter anderem in Griechenland. Jetzt soll sich das Geldhaus wieder auf Privatkunden im Heimatmarkt konzentrieren. Credit-Agricole-Aktien verteuerten sich um knapp drei Prozent.

Auch der französische Marktführer BNP Paribas hatte im ersten Quartal Sonderlasten wegen des Ukraine-Konflikts verbucht. Hinzukommt eine möglicherweise höhere Strafe wegen mutmaßlicher US-Sanktionsverstöße im Zusammenhang mit Finanzgeschäften der Bank mit dem Iran.

  • rtr
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