Französische Großbanken
BNP sorgt für Enttäuschung

Lange Zeit hatte die BNP Paribas für deutlich bessere Nachrichten gesorgt als der kleinere Rivale Societe Generale. Nun ist es anders: Während die SocGen gestern überzeugt, enttäuschte die BNP heute mit ihren Zahlen.
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ParisDie französische Großbank BNP Paribas hat im vierten Quartal die Gewinnerwartungen von Experten verfehlt. Grund war eine Abschreibung auf den Wert des BNP-Anteils am französischen Versicherer AXA, die mit 534 Millionen Euro zu Buche schlug. Die BNP besitzt rund 5,2 Prozent an AXA.

In den drei Monaten sei der Nettogewinn um 13,6 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro gestiegen, teilte BNP mit. Analysten hatten im Schnitt mit 1,73 Milliarden Euro gerechnet. Die Einnahmen stiegen in dem Zeitraum um 2,6 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 10,5 Milliarden Euro gerechnet.

Bereits gestern legte mit der Société Générale ist die erste französische Großbank ihre Jahresbilanz vor: Das Institut hat die Finanzkrise hinter sich gelassen. 2010 versechsfachte sie den Gewinn auf 3,9 Milliarden Euro. „Die Ergebnisse belegen das Wiedererstarken der Bank“, erklärte Frédéric Oudéa, der Chef des zweitgrößten börsennotierten Geldinstituts in Frankreich nach BNP Paribas. Die Großbank hält an ihren Zielen für 2012 fest und strebt im nächsten Jahr weiterhin einen Gewinn von sechs Milliarden Euro an.

Der hohe Gewinn speist sich aus drei Quellen: Die Kosten für die Risikovorsorge sanken, das Privatkundengeschäft in Frankreich verlief gut – ebenso wie das Investment-Banking. Die Risikovorsorge fiel mit knapp 4,2 Milliarden Euro um 28,9 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt lagen die Erträge der Bank 2010 bei 26,4 Milliarden Euro, eine Steigerung um 21,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahlen erfüllten die Erwartungen der Analysten - die Aktie stieg zeitweise um über vier Prozent. Vor allem das französische Privatkundengeschäft habe sich besser als gedacht entwickelt, so die Experten von Cheuvreux. Pariser Analysten werteten es als positives Zeichen für die gesamte Bilanz, dass die Aktionäre nun wieder großzügig bedacht werden sollen. Der Verwaltungsrat schlug eine Versiebenfachung der Dividende von 25 Cent auf 1,75 Euro pro Aktie vor.

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