Friedensstudie
Deutsche Banken finanzieren Atomwaffen-Bauer

Weltweit werden 235 Milliarden Euro in Atomwaffen investiert – und die Deutsche Bank ist für 3,6 Milliarden verantwortlich. Das ergibt eine Studie der IKV Pax Christi. Demnach sind mehrere Institute im Atom-Geschäft.
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BerlinAcht deutsche Finanzinstitute sind einer Untersuchung zufolge an der Finanzierung von Atomwaffen beteiligt. Unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Allianz gewährten Kredite und investierten in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die Atomsprengköpfe und Trägersysteme wie Raketen oder U-Boote herstellen, teilte die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) am Donnerstag mit.

Laut der Studie der Friedensgruppe IKV Pax Christi unterhielten zwischen 2010 und 2012 weltweit 298 Finanzdienstleister aus 30 Ländern Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern - in einer Größenordnung von insgesamt 235 Milliarden Euro. In Deutschland steckten demnach acht Finanzinstitute insgesamt 7,6 Milliarden Euro in die Atomwaffen-Industrie. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland damit nach den USA, Großbritannien und Frankreich Platz vier ein.

Nummer eins in Deutschland ist dem Bericht zufolge die Deutsche Bank: Sie unterhalte Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern in einer Größenordnung von rund 3,6 Milliarden Euro, heißt es in der Studie. Auf Platz zwei landet die Commerzbank mit 1,8 Milliarden Euro, gefolgt von der Allianz mit 1,1 Milliarden Euro. Die stärksten finanziellen Verflechtungen der deutschen Finanzinstitute bestehen dem Bericht zufolge zum deutschen Konzern ThyssenKrupp, zum US-Unternehmen Northrop Grumman und zum europäischen Rüstungskonzern EADS, an dem auch der deutsche Staat beteiligt ist.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Seh ich genauso.

  • Ich bin sicher kein Verehrer von Deutscher Bank und Co, aber dieser Artikel ist mal wieder ein Beweis dafür, dass das Handelsblatt sich namentlich besser in Handels-Bild umbenennen sollte. Dieser Bericht ist wieder purer Populismus.

    "Die stärksten finanziellen Verflechtungen der deutschen Finanzinstitute bestehen dem Bericht zufolge zum deutschen Konzern ThyssenKrupp, zum US-Unternehmen Northrop Grumman und zum europäischen Rüstungskonzern EADS"

    Sind EADS nicht die Hersteller von Airbus-Flugzeugen? Northrop Grumman ist ebenfalls sehr stark in der zivilen Luftfahrt tätig und ThyssenKrupp bietet vom Stahlblech bis zum Windrad so ziemlich alles an.

    Leider sind diese Firmen auch in der Rüstungssparte aktiv, das ist korrekt. Aber in dem Artikel zu suggerieren, dass eine Bank deshalb keine Geschäftsbeziehung zu diesen Firmen unterhalten darf und sie damit suggestiv in die "Verbrecher"-Ecke zu schreiben, finde ich geschmacklos.

    Oder wird der Handelsblattredakteur, der diesen Mistartikel verzapft hat, zukünftig mit meinen beiden Vorrednern zukünftig weder Auto, Bus noch Bahn fahren und im Urlaub auch kein Flugzeug mehr besteigen, da sie damit ja direkt oder indirekt Firmen unterstützen, die leider auch an der Herstellung von Massenvernichtungswaffen beteiligt sein könnten. Und Strom werden sie natürlich auch keinen mehr aus der Steckdose abrufen, denn er könnte ja mit einem ThyssenKrupp-Windrad erzeugt worden sein.

    Wohl kaum :-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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