Frische Millionen
BNP Paribas bettelt um Geld vom Golf

Die Gerüchteküche brodelt weiter: Die BNP Paribas bemüht sich offenbar um eine Kapitalspritze aus den Golfstaaten. Das Vertrauen leidet darunter immer mehr. Aber auch bei anderen Instituten in Europa sieht es düster aus.
  • 5

LondonDie vom Absturz der Börsen stark betroffene französische Großbank BNP Paribas hofft laut einem Pressebericht auf frisches Geld aus den reichen Staaten am Persischen Golf. Hochrangige Manager hätten in der vergangenen Woche mit Staatsfonds in Katar und Abu Dhabi über eine Kapitalspritze von bis zu zwei Milliarden Euro gesprochen, schreibt die „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf das Umfeld der Bank. Weitere Verhandlungen seien am Wochenende geplant. Begleitet werden die BNP-Vertreter von dem früheren Notenbanker und IWF-Direktor Jacques de Larosière, der das französische Finanzministerium berät.

BNP Paribas äußerte sich im Laufe des Mittags zu den Medienberichten: Die französische Großbank verhandelt nach eigener Darstellung nicht mit dem Golfstaat Katar über eine Beteiligung. „Ich dementiere dies offiziell“, sagte BNP-Chef Baudouin Prot am Donnerstag im Radiosender BFM. Das Institut könne sich selbst finanzieren und seine Geschäfte tätigen. Allerdings verneinte Prot nicht die Berichte über Gespräche mit dem Emirat Abu Dhabi.

Die Bankmanager aus Paris werden deshalb nicht müde, auf ihre starke Liquiditätsausstattung hinzuweisen. BNP-Chef Baudouin Prot hatte zuletzt zwar stets betont, dass sein Institut derzeit über genug Geldreserven verfüge. Verwaltungsratschef Michel Pébereau sagte vor kurzem in einem Radiointerview, dass die heimische Bankenbranche keinerlei staatliche Hilfe brauche.

Dennoch wirbt das Institut der Zeitung zufolge bei Aufsehern für einen neuen Stresstest bei den französischen Banken, um den genauen Kapitalbedarf bei einer Verschärfung der Schuldenkrise zu ermitteln und damit möglicherweise Staatshilfen vorzubereiten. Die französischen Institute sind besonders stark in Griechenland engagiert. BNP hält von ihnen die meisten Staatsanleihen Athens, Societe Generale und Credit Agricole haben sogar Tochterbanken in Griechenland.

Kommentare zu " Frische Millionen: BNP Paribas bettelt um Geld vom Golf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bei Banken und deren Angestellten darf man von einem sicher ausgehen - man lügt, dass sich die Balken biegen und eigentlich ist es noch schlimmer.

    Betteln passt - wer im Golf vorstellig wird, der bettelt !
    Das wird richtig böse - aber der deutsche Steuerzahler wird es dank der Politiker in diesem Land schon richten - für ein paar Monate - denn wer kann sich schon ein Europa vorstellen in dem Frankreich, Großbritanien, Italien, Spanien, etc. pleite sind und es nur Deutschland gutgeht?
    Das darf nicht sein, denn plötzlich stehen die Franzosen wieder am Rhein und das war es mit der europäischen Einheit. Von daher lieber alle pleite !

  • @ whisky,
    Richtig!
    Nur haben die Steuerzahler nicht das Sagen sondern Politiker (und das sogar über die Haftung der Steuerzahler).

  • Richtig. Die Steuerzahler sollen sich ganz aus den Banken heraushalten. Und sie pleite gehen lassen. Hätte schon 2008 passieren müssen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%