Fünfjahresplan

Deutsche Bank plant Investitionen in Spanien

Nach dem abgesagten Verkauf des Privatkundenbereichs hat Landeschef Rodríguez-Pina einen Fünfjahresplan erstellt, der höhere Ausgaben für die Digitalisierung vorsieht. Filialen sollen nicht geschlossen werden.
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Der Verkauf der spanischen Tochter ist abgeblasen. Quelle: dpa
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Der Verkauf der spanischen Tochter ist abgeblasen.

(Foto: dpa)

MadridNach dem abgesagten Verkauf ihrer Spanien-Tochter setzt die Deutsche Bank auf eine stärkere Digitalisierung ihrer Prozesse auf der iberischen Halbinsel. „Wir arbeiten an einem Strategieplan für die kommenden fünf Jahre, der höhere Investitionen im Privatkundengeschäft vorsieht“, sagte der Spanien-Chef der Deutschen Bank, Antonio Rodríguez-Pina der Wirtschaftszeitung Expansión in einem am Dienstag veröffentlichten Interview.

Seinen Fünfjahresplan müsse der Vorstand der Deutschen Bank allerdings noch absegnen. „Es gibt noch keine konkreten Zahlen, aber wir haben die Zusage der Gruppe, mehr in die Digitalisierung zu investieren.“

Die Deutsche Bank hatte ihr Privatkundengeschäft in Spanien im Frühjahr zum Verkauf gestellt, das Vorhaben aber Anfang Oktober wieder abgesagt. Hintergrund der Verkaufsabsichten war der hart umkämpfte spanische Markt. Trotz zahlreicher Fusionen in den vergangenen Jahren buhlen immer noch viele Institute um die Gunst der Kunden. Nach Angaben spanischer Zeitungen ist der Verkauf an zu niedrigen Angeboten gescheitert. Interessenten hätten maximal 500 Millionen Euro für das Geschäft geboten, die Deutsche Bank habe dagegen mindestens 700 Millionen Euro gefordert.

 

„An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins“
„Die Krise des US-amerikanischen Hypothekenmarktes im Subprime-Bereich hat sich auf die IKB Deutsche Industriebank AG (IKB) ausgewirkt.“
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Die Düsseldorfer IKB am 30.7.2007 in einer Mitteilung.

„Ich erwarte, dass die Investoren in den kommenden Monaten zurückkommen und die Märkte sich normalisieren.“
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Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am 23.9.2007 im „Spiegel“.

„An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins – und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.“
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Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) 28.1.2008.

„Was auch immer geschieht, die Party ist vorbei.“
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ifo-Chef Hans-Werner Sinn am 18.3.2008 zur Wirtschaftslage.

„Rückblickend wird die gegenwärtige US-Finanzkrise wohl als die schmerzlichste seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet werden.“
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Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan im März 2008 in einem Zeitungsbeitrag.


„Das einzig Gute an der Krise ist: Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss.“
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Der damalige Bundespräsident Horst Köhler im Mai 2008 in einem Interview mit dem Magazin „Stern“.

„Ich gehe davon aus, dass die Finanzmarktkrise sich nicht im dritten Akt des Dramas befindet, sondern im Schlussakt, der aber länger dauern kann, wie bei einer Wagnerschen Oper.“
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IW-Direktor Michael Hüther am 1.10.2008 in Berlin.

Rodríguez-Pina erklärte dagegen, dass nicht die niedrigen Angebote, sondern die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank sowie die Synergien zwischen dem Retail-Geschäft und dem Investmentbanking sowie der Vermögensverwaltung, in denen die Deutsche Bank in Spanien ebenfalls aktiv ist, den Ausschlag für die Entscheidung geben hätten.

„Vor einem Jahr war die deutsche Gruppe in einer sehr heiklen Lage, die sich mit der Kapitalerhöhung gelöst hat. Dadurch war es unter anderem nicht mehr nötig, unser Retail-Netz zu verkaufen“, sagte der Spanien-Chef. Die Erklärung verwundert insofern, als dass im Frühjahr, als die Bank das Spanien-Geschäft zum Verkauf gestellt hatte, bereits klar war, dass eine Kapitalerhöhung folgen würde. Und auch die Synergien mit den anderen beiden Zweigen dürften nicht unbekannt gewesen sein.

Die meisten spanischen Banken sind derzeit dabei, ihr üppiges Filialnetz zu straffen, um Kosten zu sparen. Die Deutsche Bank hat laut Rodríguez-Pina nicht vor, Büros zu schließen, wohl aber, sie besser auf die Landesteile zu verteilen, die strategisch wichtig seien. Die Deutsche Bank hat in Spanien mehr als 220 Filialen, 650.000 Kunden, und gilt als die Nummer zwei unter den ausländischen Instituten, nach der niederländischen ING-Gruppe.

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