Fusion mit WestLB: BayernLB erhebt Führungsanspruch

Fusion mit WestLB
BayernLB erhebt Führungsanspruch

Die BayernLB ist gemessen an der Bilanzsumme ein gutes Stück größer als die WestLB. Doch sollte sie deshalb – falls es zu einer Fusion kommt – auch die Führungsrolle übernehmen? Auf jeden Fall, sagt BayernLB-Chef Gerd Häusler. Zuvor gibt es aber noch allerlei Probleme zu lösen.
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HB MÜNCHEN. Die BayernLB beansprucht bei der angedachten Fusion mit der WestLB die Führungsrolle. "Wenn sie die wichtigsten Kennzahlen betrachten, ist die BayernLB der größere Partner", sagte Vorstandschef Gerd Häusler im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Im Mittelstandsgeschäft und bei Privatkunden seien die Münchner stärker, die WestLB habe dagegen im Kapitalmarktbereich eine breitere Produktpalette und sei in einigen zusätzlichen Märkten vertreten, speziell in Asien.

Beide Institute haben vereinbart, bis zum Jahresende eine Fusion zu prüfen. Bei einem Zusammenschluss entstünde die drittgrößte Bank hierzulande nach der Deutschen Bank und der Commerzbank. Viele Experten sind aber skeptisch, ob eine Fusion durchsetzbar ist. "Es gibt keine Garantie, dass es diesmal klappt", sagte Häusler. Seit Jahren werden Fusionen der von der Finanzkrise hart getroffenen Landesbanken erwogen, sind bisher aber regelmäßig gescheitert.

Für ein Gelingen bräuchten die Landesbanken Unterstützung von drei Seiten: "Von den Sparkassen, vom Bankenrettungsfonds SoFFin, der an der WestLB beteiligt ist, und von der EU." Brüssel hat sich bisher zurückhaltend geäußert. Allein eine Fusion der beiden Institute, die nur mit öffentlichen Geldern überleben konnten, sichere "nicht automatisch ihre langfristige Lebensfähigkeit", erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Häusler erwiderte, Brüssel habe die Konsolidierung immer wieder gefordert und werde das Vorhaben letztlich positiv sehen.

WestLB-Chef Dietrich Voigtländer verspricht sich von der Fusion erhebliche Kosteneinsparungen. "Wir werden uns daran messen lassen, ob es gelingt, 25 Prozent der gemeinsamen Kosten innerhalb von 24 Monaten einzusparen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dabei dürfte es auch zu einem Stellenabbau kommen. Die BayernLB beschäftigt rund 10 800, die WestLB 5000 Mitarbeiter. Voigtländer schloss nicht aus, dass der Hauptsitz der neuen Bank in München sein könnte.

BayernLB-Chef Häusler betonte, dass eine höhere Rendite durchaus drin sei: "Durch die Fusion erscheint mittelfristig eine höhere Eigenkapitalrendite von bis zu zwei Prozentpunkten möglich. Dadurch würden wir attraktiver für private Kapitalgeber." Das helfe letztlich auch dem Steuerzahler, der die Häuser in der Krise retten musste.

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  • Das ist doch immer das Gleiche. Von den 2 blinden
    glaubt immer noch einer sehen zu können. Wie soll das
    gutgehen ? Die sollten endlich einmal Leute an die
    Führung lassen die wissen wie eine bank richtig
    funktioniert. Und die Verwaltungsräte sind auch nicht
    die richtige Qualität. Schade das das immer noch keiner von den Eigentümern gemerkt hat.

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