Fusionen: Neue Optionen für die Landesbanken

Fusionen
Neue Optionen für die Landesbanken

Bei der angestrebten Konsolidierung der noch acht selbstständigen Landesbanken setzen Politik, Länder und Sparkassen nicht nur auf die Option WestLB und BayernLB. Auch ein Zusammengehen von WestLB, Helaba und eines weiteren Instituts soll geprüft werden. Das verlautete aus Teilnehmerkreisen eines Spitzengesprächs.
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BERLIN/FRANKFURT/BRÜSSEL. Bei der angestrebten Konsolidierung der noch acht selbstständigen Landesbanken setzen Politik, Länder und Sparkassen nicht nur auf eine Option. So soll neben der möglichen Fusion von BayernLB und WestLB parallel auch ein Zusammengehen von WestLB, Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und eines weiteren Instituts geprüft werden. Dabei könnte es sich sowohl um die Landesbank Berlin als auch um den Fondsdienstleister Dekabank handeln.

Das verlautete nach Informationen des Handelsblatts aus Teilnehmerkreisen eines Spitzengesprächs. Gestern trafen sich die Staatssekretäre im Bundesfinanzministerium Steffen Kampeter und Jörg Asmussen mit Vertretern der Länder und den Sparkassenpräsidenten, um Chancen für eine Konsolidierung der Landesbanken auszuloten. Bei dieser Gelegenheit wurden Arbeitsaufträge erteilt, um die Validität bestimmter Modelle zu ermitteln. Im November sollen erste Ergebnisse vorliegen, hieß es. „Das Land Hessen ist bereit, gemeinsam mit den anderen Anteilseignern der Helaba einen Beitrag zur notwendigen Neuausrichtung des Landesbankensektors in Deutschland zu leisten“, erklärte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer.

Einig sind sich Kampeter, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, und Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon, dass bei der Reorganisation des Landesbankensektors die betriebswirtschaftlichen Logik im Vordergrund stehen müsse. Zudem müsse der Steuerzahler maximal geschont werden. Haasis machte klar, dass Konsolidierung nicht zwangsweise Fusion bedeuten müsse. Auch eine Privatisierung sei eine Konsolidierung.

Und auch die EU hat angesichts der milliardenschweren Beihilfen noch ein Wörtchen mitzureden. Vier der acht selbstständigen Landesbanken mussten in der Finanzmarktkrise von ihren Eignern über Wasser gehalten werden. Dazu gehören die WestLB, die BayernLB, die Landesbank Baden-Württemberg und die HSH Nordbank.

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  • Da fehlt ein Stück Logik. Die banken würden doch an den selben Orten stehen, haben damit noch immer mitden gleichen regionalen besonderheiten zu kämpfen, wie zu dem Zeitpunkt einer abgeschlossenen Fusion. Die banken haben keine Vorteile von der anvisierten Zusammenschließung. Etwas anderes muss schief gelaufen sein. Die äußeren (externen) bedingungen bleiben doch die gleichen.

  • Glaube nicht, dass Kampeter und Asmussen noch was loten. Die wissen schon. Weiß Schäuble auch schon?
    Wenn irgendein bayrischer Finanzminister, dann noch ein amtierender, hier "betriebswirtschaftliche Logik" abfordert, hat dieser echt zu lange und zu heiß mit einem Stoiber gebadet.
    Hier ist im Artikel noch nicht die Meinung der Ratingagenturen, der Soffin, der Fed, des amerikanischen und des chinesischen Staatspräsidenten eingearbeitet.

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