Fusions-Debatte: Sparkassen streiten über Landesbanken

Fusions-Debatte
Sparkassen streiten über Landesbanken

Nach einem Spitzentreffen sieht sich Heinrich Haasis in die Defensive gedrängt. Der Sparkassenpräsident sperrt sich gegen eine Fusion von der LBB mit der WestLB und Helaba. Welche Fusions-Modelle umstritten sind.
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FRANKFURT. Im Lager der öffentlich-rechtlichen Sparkassen diskutiert man über das richtige Modell für die Konsolidierung der noch acht selbstständigen Landesbanken.

Zankapfel ist die mögliche Alternative zu einer Fusion von BayernLB und WestLB. Dabei handelt es sich um eine Variante, die von der Bundesregierung, den Ländern und einigen regionalen Sparkassenverbänden weiter als Option verfolgt wird. Nach dem Spitzentreffen der Eigentümer der Landesbanken im Bundesfinanzministerium war offiziell mitgeteilt worden, auch ein Zusammengehen von WestLB, Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und eines weiteren Instituts solle geprüft werden. Dabei handelt es sich nach Angaben aus Teilnehmerkreisen entweder um die Landesbank Berlin (LBB) oder um den Fondsdienstleister Dekabank – beziehungsweise um Teile beider Institute.

Doch hier gibt es jetzt in der Sparkassenfamilie starke Meinungsverschiedenheiten. Während die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen und Hessen-Thüringen eine Beteiligung der LBB unterstützen, will Heinrich Haasis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, die Berliner außen vor lassen.

Weil die LBB zu fast 100 Prozent im Besitz der Sparkassen ist, will er das Institut – in dem er den Aufsichtsratsvorsitz inne hat – aus dem Interessensgeflecht der Länder und des Bundes heraushalten. Auch die LBBW, bei der die Sparkassen mit 40 Prozent den größten Eigentümer stellen und bei der Haasis früher den Verwaltungsratsvorsitz führte, steht für Fusionsmodelle nicht zur Verfügung, berichteten Verhandlungsteilnehmer der Berliner Runde.

In Sparkassenkreisen heißt es, Haasis sei immer ein glühender Verfechter der Konsolidierung gewesen, jetzt aber stehe er auf der Bremse, weil er das Dreiermodell mit der LBB für falsch halte. „Es herrscht Uneinigkeit, wir müssen aber für die nächsten Gesprächsrunden unsere Front begradigen“, sagte gestern ein hochrangiger Sparkassenfunktionär.

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