Fusionsberatung
Deutsche Bank verliert Spitzenplatz

Die Deutsche Bank ist in ihrer Heimat nicht mehr die Nummer eins im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Knapp muss sie sich einem Rivalen geschlagen gegeben, obwohl dieser 2012 für negative Schlagzeilen gesorgt hatte.
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FrankfurtDie Deutsche Bank ist in ihrer Heimat nicht mehr die Nummer eins im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Nach der vorläufigen Rangliste des Informationskonzerns Thomson Reuters hat sie die Spitzenposition hierzulande im zu Ende gehenden Jahr an die US-Bank Morgan Stanley verloren. Diese hatte bei 21 Übernahmen im Volumen von 33,4 Milliarden Dollar die Finger im Spiel, darunter waren die drei größten Transaktionen: die 8,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch Volkswagen, der 4,3 Milliarden Dollar teure Kauf von Lincare durch den Münchner Gasekonzern Linde und die fast ebenso teure Übernahme von Ariba durch den Softwareriesen SAP.

Dabei war 2012 für Morgan Stanley in Deutschland ein Jahr des Umbruchs. Der einflussreiche Deutschland-Chef Dirk Notheis war im Sommer über seine umstrittene Rolle bei der Verstaatlichung des Karlsruher Energiekonzerns EnBW gestolpert.

Die Deutsche Bank fiel nach dem Volumen der Übernahmen auf Platz zwei zurück, knapp vor Goldman Sachs. Stark im Kommen war erneut die Investmentbank Rothschild, die bei Fusionen nur berät, aber keine Finanzierungen anbietet und damit bei vielen Firmen als unabhängiger Ratgeber punktet. Das verhalf ihr in Deutschland zum vierten Platz. Insgesamt zählte Thomson Reuters in diesem Jahr 1955 Zusammenschlüsse unter Beteiligung deutscher Unternehmen im Volumen von 112 Milliarden Dollar. Das waren immerhin 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Weltweit verteidigte die US-Investmentbank Goldman Sachs 2012 ihre unangefochtene Spitzenposition. Sie spielte bei 393 Übernahmen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar den Geburtshelfer. Platz zwei behauptete Morgan Stanley, während sich die Londoner Bank Barclays vom siebten auf den dritten Platz vorarbeitete und damit in die Phalanx der US-Investmentbanken einbrach.

Die Briten mischten bei den zwei größten Transaktionen in diesem Jahr mit: der Aufspaltung des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories, die mit mehr als 55 Milliarden Dollar in die Statistik einging, und der fast 46 Milliarden Dollar schweren Fusion der Rohstoffkonzerne Xstrata und Glencore. Insgesamt gaben Unternehmen fast 2,4 Billionen Dollar für Übernahmen aus, davon fand fast die Hälfte in den USA statt.

Die Deutsche Bank stieg in der viel beachteten Rangliste weltweit vom achten auf den siebten Platz. In Europa blieb sie die Nummer zwei hinter Goldman Sachs, in den USA rückte sie vom elften auf den siebten Platz vor. Unter den zwei Schweizer Großbanken hat Credit Suisse im Weltmaßstab als Sechster (2011: Fünfter) die Nase vor der UBS, die sich auf Rang neun von zehn vorarbeitete.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @clubman
    Mit Ihrer Polemik gegen die Politik und den Staat versuchen Sie anscheinend ein Bezug herzustellen, der Straftaten in einer Bank legitimieren soll oder als vertretbar rechtfertigen soll, weil die anderen ja viel schlimmer sind. Der Staat und seine Vertreter z.B. der Staatanwalt eröffnen Ihrer Meinung nach völlig grundlos „Nebenkriegsschauplätze“, um vom eigenem Versagen abzulenken.
    Genau diese arrogante Haltung „des besten Humankapitals“ kotzt den Otto Normalverbraucher an. Dieser darf am Ende auch noch die Rechnung bezahlen, wenn die hohlen Spekulanten und deren dümmliche Zuarbeiter schief liegen.
    Schauen Sie sich mal die Aktienkurse deutscher Unternehmen an. Dann werden auch Sie erkennen wo zur Zeit „das beste Humankapital“ sitzt. Bestimmt nicht in den Banken!
    Am erbärmlichsten aber ist, dass Ihrer Meinung nach der Staat, als der Retter dümmlicher Banker und noch dümmlicher Landesbanker jetzt von den „eigentlichen“ Problemen ablenken will, der zu hohen Verschuldung. Fragt sich nur, wer dazu beigetragen hat, mit seinen subprime Kredit Verbriefungen.
    Den Staat zu kritisieren Verbrecher zu jagen ist echt schon frech. Eigentlich sollte der Staat beim nächsten Occupy Meeting in Frankfurt mal keine Polizisten hinschicken, um die Bankmischpoke zu schützen. Da kann der Staat dann schon mal anfangen beim Sparen.

  • Es wird niemand auf den tuereren Rängen mehr arbeiten um den Emanzen ihr Lotterleben zu finanzieren! Wie viel Feminismuszugetsändnisse und nicht traditionelle GEschlechterrrollen gibt es in Ländern die uns wirstchaftlich Überholt haben?

    Meine Forderung: FRAUEN IN DIE CHEFAETAGEN - BEI VORLAGE EINES INFERTILTÄTSNACHWEISES - ANONSTEN SIND DIE GANZEN INVESTITIONEN IN AKADEMISCHE AUSBILDUNGEN HERAUSGEWORFENES GELD.

    Genau das thematisieren BRAVE NEW WORLD und 1984!
    Proleten die Kidner großzeien dürfen und eie Elite die an dieselben die Kindererziehung auslagert. Daher kommt der Mythos der kinderlosen Akademikerpärchen.

    Und jetzt setzt euch alle vor eueren (Neusprech:) gehackten TELEVISOR seht BIG BROTHER und trinkt
    Victory-Gin(-Tonic)!

    http://central.banktunnel.eu/20121206-smarttv.jpg

    http://arstechnica.com/tech-policy/2012/12/how-to-get-targeted-ads-on-your-tv-a-camera-in-your-set-top-box/

    "What is LITERal?"

    http://dict.leo.org/ende?lp=ende&p=DOKJAA&search=literal&trestr=0x8004

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  • Auf den Wettercams sieht man stellenweise das wirkliche AusmaSZ

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    +++ UPDATE +++ neues aus der NachrichtenSpreezone +++ UPDATE +++

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