GDV-Jahrestagung
Versicherer entdecken Klimawandel als Prämienquelle

Stürme, Überschwemmungen und Starkregen werden künftig viel mehr Schäden anrichten, betonte der Präsident des Versicherer-Verbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen. Kunden müssen nun mehr Geld für ihren Schutz ausgeben.
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BerlinUnternehmen und Privatleute sollten sich wegen des Klimawandels auf höhere Prämien für Sachversicherungen einrichten. „Sturm- und Hochwasserereignisse werden in Deutschland in Zukunft häufiger vorkommen, schwerer und teurer sein“, erklärte der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, am Donnerstag in Berlin.

Auf der Jahrestagung der deutschen Versicherer hob er den Schutz vor Katastrophen als wichtigste Herausforderung für die Branche hervor. „Der Klimawandel ist vor unserer Haustüre angekommen. Deshalb müssen wir neben konsequenten Maßnahmen zur Schadenprävention unserer Elementarschadenversicherung in der Breite unserer Bevölkerung zum Durchbruch verhelfen.“

Aus Sicht der deutschen Versicherer wird der Klimawandel viel stärkere Stürme und mehr Überschwemmungen bringen. „Was wir heute alle 50 Jahre sehen, werden wir künftig alle 25 Jahre haben. Die Wiederkehrperioden halbieren sich“, warnte auch Oliver Hauner, Klima-Experte im GDV, in dieser Woche auf der „Klimakonferenz NRW“ im Hause der Provinzial Rheinland.

Heute rechne man zum Beispiel 500 Millionen Euro Schaden durch Hochwasser pro Jahr. „In Zukunft dürfte diese Schadenerwartung deutlich steigen“, nannte er ein Beispiel. Starke Stürme, die bisher nur alle 50 Jahre einmal vorkamen, würden künftig sogar alle zehn Jahre erwartet.

Sind deutsche Häuser und Betriebe angesichts solcher Erwartungen überhaupt noch zu angemessen zu schützen? „Ja, trotz stark steigender Schäden. Deutschland bleibt versicherbar“, sagte Hauner. „Unser aktualisiertes Simulationsmodell zur Einschätzung von Hochwasserrisiken ist derart präzise, dass 99 Prozent aller Häuser problemlos vom Schreibtisch aus versichert werden können“, versicherte Hoenen. Aber, so der GDV: „Versicherungsschutz wird teurer“. Dabei gelte jedoch: Erst steigen die Schäden, dann die Prämien.

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Kommentare zu " GDV-Jahrestagung: Versicherer entdecken Klimawandel als Prämienquelle"

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  • Früher gab es eine Gebäudeversicherung, die zunächst in verschiedenen Formen (Zwang, Pflicht, Bannrecht, freier Wettbewerb usw.) nur gegen Feuerschäden galt. In Baden, Württemberg und Hohenzollern gab es zudem auch die zwangweise Versicherung gegen Elementarschäden, die wiederum auch Sturmschäden beinhaltete. Eine (nur) Zwangs-Sturmversicherung gabs darüberhinaus im Staatsgebiet Hamburg. In der restlichen Republik gabs keine Elementar-Versicherung.

    In den 90-er Jahren hat man dann das "Monopol" gekippt und die "freiwillige" Versicherung eingeführt, die dann auch für die "Inhaltsversicherung", z.B. auch Hausrat, angeboten wurde. Was die wenigsten Vertreter laut sagten war, daß diese Elementarschadenversicherung, d.h. auch Überschwemmung, Erdbeben usw, vornehmlich nur in solchen Gebieten beworben wurde, die geologisch am wenigsten von diesen Schäden betroffen sind. In "gefährdeten" Gebieten wird der V-Schutz entweder gar nicht oder nur zu ganz "saftigen" Prämien übernommen.

    Korrekt hätte die Branche die politische Führung dazu veranlassen müssen, diese Versicherung (zumindest Gebäude, aber auch Ihnhalt wie z.T. in der ehem. DDR) zwangsweise von Flensburg bis Garmisch - oder im Europawahn von Narvik bis Palermo - einzuführen (ähnlich wie die Kraftfahrt-Haftpflicht-V.). Dann wäre ein umfangreicher Versicherungsschutz zu anständigen Beiträgen möglich gewesen und nicht so ein "Flickengewurschtel" wie heute.

    Und dasselbe wäre auch für die Privathaftpflicht-V. dringend zu empfehlen.

    Aber wer von den "Abschöpfern" denkt über den EURO-Dollar-Rand hinaus?

  • Noch was: der Zeitpunkt dieser "Entdeckung" läßt sich ebenfalls relativ einfach eifach ... entdecken: http://www.youtube.com/watch?v=J4SJx91-5TM&feature=player_embedded#!

  • "Versicherer entdecken Klimawandel als Prämienquelle"?
    Die haben, bitte schön, den "Klimawandel" bereits VOR seiner Erfindung als Kilo-Mega-Giga-Terra-Obergewinnquelle "entdeckt" (das Perpetuum mobile mit Energiegewinn: mehr Propaganda = mehr Abzocke = noch mehr Geld = noch mehr Propaganda usw. haben sie nicht entdeckt, es lag bereits vor).

    Entdeckt haben sie, u.a., die "Pflichtversicherung" (die größte Entdeckung seit Amerika) und die korrupten Politiker (sie lagen ebenfalls vor).

    Erfunden haben sie den IPCC, den WWF und, freilich, den (aüßerst lukrativen) "Klimawandel". (Die diesbezügliche Ent-Deckung hier: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/tony-thomas/ipcc-pseudo-klima-wissenschaft-wie-der-wwf-das-ipcc-unterwandert.html)

    Die Kreditausfallsversicherung für Griechenland gilt hingegen als weniger hoch geschätzte Erfindung.

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