Gefährliche Zentralbanken
Versicherer im Niedrigzins-Stress

Die Niedrigzinsen der Zentralbanken setzt die Versicherungskonzerne unter Druck. Ihr Geschäft mit Lebensversicherungen droht unterzugehen. Denn die hohen Renditeversprechen an ihre Kunden können sie kaum noch einhalten.
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FrankfurtFür viele Versicherungskonzerne ist es immer noch das Hauptgeschäft: der Verkauf von Lebensversicherungen. Über 90 Millionen Policen haben die Deutschen abgeschlossen. Doch nun wird etwas zur Gefahr, was Banken und Staaten retten soll: die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Das Geschäft mit Lebensversicherungen wird dadurch allmählich unattraktiv. "Die Versicherer werden das Geschäft schrittweise zurückfahren müssen", prophezeit Fabrizio Croce, Versicherungsanalyst bei Kepler Capital Markets.

Ganz so düster sehen es Branchenvertreter noch nicht. Aber auch der Chef der Munich Re, Nikolaus von Bomhard, klagte unlängst, man könne nicht ewig mit den historisch niedrigen Zinsen leben: "Das stresst uns gewaltig." Der Rückversicherer verkauft über die Tochter Ergo Lebenspolicen.

Das Problem ist groß: Die Versicherer haben ihren Kunden hohe Renditeversprechen gemacht, erwirtschaften selbst aber nur noch wenig an den Kapitalmärkten. In den 1990er-Jahren versprach die Branche einen Garantiezins von jährlich vier Prozent - über die gesamte Vertragsdauer. Wer heute eine Police abschließt, erhält nur 1,75 Prozent. Über alle Kunden gerechnet liegt der Garantiezins aber immer noch bei 3,3 Prozent.

Die Versicherer investieren das Geld ihrer Kunden beispielsweise in Pfandbriefen, Staatsanleihen oder Immobilien. Der Mutterkonzern der Ergo, die Munich Re, erzielte damit bei der Neuanlage im ersten Quartal nur noch eine Rendite von 2,9 Prozent. Andere Versicherer erwirtschaften sogar nur noch 2,7 oder gar 2,5 Prozent, berichtet Analyst Croce. "Die Branche holt die Konditionen an den Kapitalmärkten nicht mehr raus", sagt der Experte. "Sie zahlt mit Mitteln aus der Vergangenheit."

Noch haben die Konzerne Puffer: Die Versicherer haben einen Großteil des Geldes in langlaufende Papiere investiert und müssen daher nur einen kleinen Teil neu investieren. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Wertpapiere beträgt mehr als neun Jahre. Dank dieser Altanlagen liegt die Verzinsung der gesamten Kapitalanlagen immer noch bei 4,2 Prozent - also höher als der Garantiezins.

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Experten: Einbußen werden noch größer

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  • Mein Kommentar zu dem parallel laufenden Artikel des Herrn Stock:

    Kleiner Unterschied:

    Kundeneinlagen bei Banken werden entweder wieder als Kredite an die Wirtschaft (Unternehmen, Private, Konsumenten) ausgeliehen oder wandern in den Handelssaal, wo die Bank auf eigene Rechnung zockt. Beides ist risikobehaftet, eventuelle Gewinne aus dem Handelssaal oder dem Investmentbanking werden dem Kunden jedoch vorenthalten.

    Kundeneinlagen bei Versicherungen werden langfristig und möglichst sicher, jedoch mit Ertrag angelegt, in der Strategie etwa einem Vermögensfond vergleichbar. Und da diese Struktur nun einmal schon da ist (Pimco/Allianz), nimmt sie auch Kundeneinlagen entgegen, denen kein Versicherungsvertrag gegenübersteht. Da dieses zweite Bein nicht den staatlichen Auflagen des Versicherungsgeschäfts unterliegt, ist es natürlich ertragreicher und gräbt langfristig dem (Lebens-)Versicherungsgeschäft das Wasser ab.

  • Das Kind hat einen Namen: Draghi

    Er ist es der die Südstaaten unterstützt, koste es was es wolle und hier bei uns bisher gesunde Unternehmen kaputt macht.

    Es ist an der Zeit, dass unsere Regierung sich den Herrn einmal vorknöpft und ihm zu verstehen gibt, dass er sich an die getroffenen vertraglichen Regelungen zu halten hat. Nur diesen hat die Bundesregierung zugestimmt. Der Rest ist sein eigenes Risiko, dafür muss er haften.

  • Zeichen der Zeit
    Die Banken und Versicherer die von den Zentralbanken mit Geld zum null Tarif bis höchstens 0.75% überschwemmt werden, finden keine bessere Lösung als das Geld mit Negativzins dem Staat zurückzuverleihen.
    Sie legen dieses Geld nicht in Aktien,Fonds,Derivate...an, Finanzprodukte die sie aber mit grossem Werberummel dem Normalenkleinanleger andrehen wollen.
    Sie drehen auch den Hahn zu bei der Kreditvergabe an die Unternehmen :haben aber die Verfrorenheit in Zeitungsartikel den Kleinbürgern zu raten ihr Vertrauen in die Wirtschaft zu erhalten.
    Das Zeichen ist klar : das System ist faul.
    Mein Rat : gehe nie in ein Restaurant in dem der Koch nicht selber isst was er dem Gast serviert.Weck von den faulen Produkte die uns von Lebensversicherer in den Finanztod führen.

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