Die Gehälter bei Banken und Wirtschaftsprüfern steigen langsamer

Gehaltsreport 2016
So entwickelten sich die Gehälter der Banker

Für die Finanzbranche war 2016 kein gutes Jahr. Die Schwäche vieler Banken traf auch die Mitarbeiter: Ihre Löhne stagnierten auf hohem Niveau. Es gab aber auch Ausnahmen, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.
  • 0

Düsseldorf2016 war geprägt durch politische Unsicherheit. Die Finanzbranche musste sich unter anderem mit dem britischen Brexit-Votum, einer strengen Regulierung und der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank arrangieren. Die Ertragslage vieler Banken, vor allem in Europa, ließ zu wünschen übrig – mit Folgen für die Angestellten. Wie eine Untersuchung der Personalberatung Robert Walters aus London zeigt, fielen 2016 nicht nur die Boni geringer aus als in früheren Jahren.

Auch bei den Festgehältern herrschte Katerstimmung. Viele Bankbeschäftigte mussten sich mit stagnierenden Löhnen begnügen – eine Entwicklung, die laut der Untersuchung vor allem gestandene Banker ab sieben Jahren Berufserfahrung traf. Ihre durchschnittlichen Bruttojahresgehälter ohne Bonuszahlungen stiegen 2016 nur auf den folgenden Positionen.

Wenn es 2016 überhaupt ein Gehaltsplus gab, dann oft für jüngere Bankangestellte mit drei- bis siebenjähriger Berufserfahrung. Die Übersicht zeigt, welche jungen Banker sich über steigende Löhne freuen durften.

Für alle anderen Bank-Spezialisten stagnierten die Gehälter – wenn auch auf hohem Niveau im fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Etwas besser entwickelten sich die Fixgehälter der Beschäftigten in der Wirtschaftsprüfung. Hier legten die Bruttojahresgehälter vieler Experten (ab sieben Jahren Berufserfahrung) zu.

Weniger gut lief es für einige jüngere Wirtschaftsprüfer mit drei bis sieben Jahren Berufserfahrung. Zwei Positionen mussten im Schnitt sogar Gehaltseinbußen hinnehmen: Finance Manager und Manager bei den vier großen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften (Deloitte, EY, PWC, KPMG). Gestiegen sind die Gehälter für die Jüngeren auf den folgenden Positionen.

Auch für 2017 erwartet der „Global Salary Survey“ der Personalberatung Robert Walters lediglich verhaltene Lohnzuwächse im Finanzsektor: „Angesichts der turbulenten wirtschaftlichen Situation ist es unwahrscheinlich, dass die Arbeitgeber 2017 Gehaltsteigerungen vornehmen“, heißt es darin.

Am ehesten auf ein Lohnplus hoffen dürfen demnach spezialisierte Fachkräfte im Kundenkontakt, die frisches Geld hereinbringen, oder Aufsichtsrechts-Experten, die sich mit den Regulierungsbehörden herumschlagen. Auf diesen Positionen gibt es 2017 laut Robert Walters neue Jobchancen, viele Finanzdienstleister planten Neueinstellungen.

Für den deutschen Arbeitsmarkt rechnen die Analysten mit Impulsen durch den geplanten EU-Austritt Großbritanniens. „Die Bedingungen des Brexits werden ebenfalls eine Schlüsselrolle in den Einstellungsentscheidungen 2017 spielen, da die Banken möglicherweise bestimmte Funktionen von London nach Frankfurt verlagern, was die Nachfrage steigern würde“, heißt es im Gehaltsreport.

Kommentare zu " Gehaltsreport 2016: So entwickelten sich die Gehälter der Banker"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%