Geld für Mittelstand: EU-Bank kämpft mit Milliarden gegen Wirtschaftskrise

Geld für Mittelstand
EU-Bank kämpft mit Milliarden gegen Wirtschaftskrise

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben die EU-Hausbank zur Krisenbekämpfung eingespannt. Ihr Präsident Hoyer sieht erste Erfolge. Bald sollen Projektanleihen Geldgeber für Großprojekte locken.
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DublinDie EU-„Hausbank“ sieht im Kampf gegen Rezession und Kreditklemme bei Unternehmen erste Erfolge. „Die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen hat für uns große Bedeutung“, sagte der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), Werner Hoyer, der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Dublin am Rande des EU-Finanzministertreffens. Dafür sollten im laufenden Jahr gut 15 Milliarden Euro Kredite auf den Weg gebracht werden. „Außerdem nutzen wir innovative Instrumente, um die Gelder so effizient wie möglich einzusetzen. Mit den Portugiesen haben wir beispielsweise eine Staatsgarantie für Mittelstands-Kredite vereinbart.“

Die Bank mit Sitz in Luxemburg nimmt bis 2015 zusätzliche Mittel von insgesamt 60 Milliarden Euro in die Hand, um der Wirtschaftskrise zu begegnen. „Das wird, wenn man berücksichtigt, dass wir mit Partnern zusammenarbeiten und privates Geld mobilisieren, ein zusätzliches Investitionsvolumen von 180 bis 200 Milliarden Euro bedeuten“, sagte Hoyer. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten 2012 beschlossen, das eingezahlte EIB-Kapital für eine verbesserte Schlagkraft um zehn Milliarden Euro aufzustocken.

„Bei der Frage, was gegen die Jugendarbeitslosigkeit getan werden kann, sind wir in der Suchphase“, meinte der frühere Staatsminister im deutschen Außenamt. „Für die EIB ist das keine Kernkompetenz. Dennoch überlegen wir, wie wir Kapazitäten der Bank im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit mobilisieren können.“

Fortschritte sieht Hoyer bei den sogenannten Projektbonds, mit denen Großprojekte in der öffentlichen Infrastruktur für Geldgeber schmackhaft gemacht werden. „Wir wollen in diesem Jahr starten“, sagte er. „Wir sind in der Pilotphase bei der Vorauswahl der Projekte. Das reicht von Solarenergieprojekten in Spanien bis hin zu möglichen Verkehrsprojekten in Deutschland oder der Slowakei.“

Anders als bei einem klassischen EIB-Kredit legt die Luxemburger Förderbank zur Refinanzierung keine Anleihe auf, um damit ein Infrastrukturprojekt zu finanzieren. Stattdessen erfolgt die Finanzierung über eine Anleihe des jeweiligen Projektbetreibers. Die EIB und die EU-Kommission übernehmen einen Teil der Risiken, damit die Schuldverschreibungen des Betreibers für Investoren attraktiv sind.

Die im vergangenen Jahr von den EU-Staatenlenkern beschlossenen Projektbonds haben laut Hoyer ein großes Potenzial. „Ich stelle in Gesprächen mit Investoren aus aller Welt fest, dass sie dort ein neues Betätigungsfeld sehen, indem sie - mit Hilfe der Projektbonds - in die Infrastrukturfinanzierung in Europa einsteigen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das HB schrieb dazu 2011++++++++++++++++++++++

    Banken in SingapurRiesen an die Leine

    Singapur ist einer der wichtigsten Bankenstandorte in Südostasien. Zwar sind die Regularien überschaubar, doch wenn es um die Sicherheit der Wirtschaft geht, übertrifft der Staat international vorgeschriebene Regelungen.



    von Stefan Mauer
    Die DBS ist die größte Bank in Südostasien. Quelle: Reuters
    Die DBS ist die größte Bank in Südostasien. Quelle: Reuters

    MumbaiIm Jahr 2010 gehörte die Finanzbranche zu den am schnellsten wachsenden Sektoren in Singapur. Mit 12,2 Prozent Plus auf Jahressicht blieb sie lediglich hinter der verarbeitenden Industrie und dem Handel zurück. Sowohl der Tourismus als auch die allgemeinen Unternehmensdienstleistungen konnten nicht mit dem Finanzsektor des Stadtstaats mithalten. Dennoch entschied sich die Regierung, die eigenen Banken enger zu kontrollieren - und wagte den Spagat zwischen einfachen Regeln zur Niederlassung von ausländischen Banken und strenger Kontrolle der Geldmittel der heimischen Institute.

    Denn was Basel III, der von den 20 großen Wirtschaftsnationen G20 beschlossene Standard für das Eigenkapital von Banken vorschreibt, das hat Singapur strenger geregelt. Seit Mitte des Jahres hat der Stadtstaat eigene Vorschriften erlassen, um die sechs heimischen Institute sicherer zu machen. Nach Einschätzung der dortigen Regierung wäre ein Bankrott jeder dieser sechs Banken eine Gefahr für die Stabilität der dortigen Wirtschaft - und bei der machen die Politiker keine Kompromisse. Geschadet hat dieses Verhalten dem Bankenstandort Singapur bisher nicht.

    Im Gegenteil: Noch immer streben sowohl Kunden als auch Bankhäuser nach Singapur. Zur Jahresmitte rüttelte der „Global Private Banking and Wealth Management Report 2011“ der Beraterfirma Pricewaterhouse Coopers (PwC) die Bankenwelt auf, der voraussagte, dass bereits 2013 nicht mehr die Schweiz der wichtigste Standord ist.

  • Oh bittteee.....kommt schon. Ich frage mich wirklich wie blind man sein muss um nicht zu erkennen dass die Hütte längst in Flammen steht bzw. vor dem kompletten Einsturz ist.

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