Geldautomaten gesprengt
Polizei in NRW fasst drei Panzerknacker

In diesem Jahr sind bereits mehr als 130 Geldautomaten in Deutschland von Banden in die Luft gesprengt worden. Die Zahl der erfolgreichen Angriffe steigt. Jetzt hat die Polizei in NRW drei Täter auf frischer Tat ertappt.

Berlin/DüsseldorfNach einer Serie von Angriffen auf Geldautomaten hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen drei Tatverdächtige gefasst. Die Männer wurden Mittwochfrüh in Dorsten auf frischer Tat ertappt, kurz bevor sie einen Geldautomaten sprengen wollten, wie das Landeskriminalamt in Düsseldorf mitteilte. Bundesweit stieg die Zahl der gesprengten Geldautomaten in diesem Jahr auf ein Rekordniveau.

Seit Januar jagten Kriminelle in Deutschland bislang insgesamt 134 Automaten in die Luft, im gesamten Vorjahr waren es 116, wie die „Welt“ nach einer Umfrage bei den Landeskriminalämtern am Mittwoch berichtete. Allein Nordrhein-Westfalen meldete demnach in diesem Jahr bislang 64 Sprengungen – im Vergleich zu 26 im Vorjahr. Die drei am Mittwoch festgenommenen Tatverdächtigen gehören nach Angaben des LKA einer Gruppierung aus dem Raum Kleve an, die im Verdacht steht, seit März 2015 insgesamt 13 Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen gesprengt zu haben.

Das Haupteinsatzgebiet der Täter verlagerte sich dem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr vom Osten in den Westen. Drei von vier der Angriffe auf Geldautomaten seien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen registriert worden. Dagegen sei es in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ruhiger geworden.

Und die Serie reißt aber nicht ab: Vor wenigen Tagen war etwa ein Automat in Wesel in die Luft gesprengt worden und der Vorraum einer Sparkasse verwüstet. In diesem Fall waren die Täter ohne Bargeld entkommen. Wie das Handelsblatt im November berichtet hatte, liegt der Schadendurchschnitt bis Mitte November aber bei rund 140.000 Euro – etwa die Hälfte des Schadens entfällt auf entwendetes Bargeld, die andere Hälfte auf die Sachschäden an Gebäuden, Betriebseinrichtungen und Automaten. „Diese Serie bewerten wir natürlich sehr kritisch“, sagte damals ein Sprecher der Versicherung Provinzial Rheinland.

Der Polizei zufolge werden die Sprengungen zudem immer erfolgreicher. Weil es in diesem Jahr erstmals mehr erfolgreiche als gescheiterte Beutezüge gab, seien die Täter viel häufiger an das Bargeld im Automaten rangekommen als zuvor. Diese Art des Bankraubs verursacht zudem häufig auch abgesehen von dem erbeuteten Geld sehr hohe Schäden, da durch die Explosionen vielfach die Gebäude selbst erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bislang sind aber keine Personen zu Schaden gekommen, da die Angriffe in der Nacht erfolgen. Dennoch fürchten sich Bankverantwortliche im ganzen Land vor Verletzten durch solche Sprengungen. Viele Institute schließen mittlerweile ihre Vorräume daher in den Nachtstunden.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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