Geldautomaten in Frankfurt
Kein Bargeld in der Bankenmetropole

Die Debatte um die Zukunft des Bargelds tobt. Die geplante Bezahlobergrenze von 5.000 Euro erhitzt die Gemüter, doch oft scheitert das Leben mit dem Cash an ganz praktischen Problemen. Etwa im Frankfurter Gutleutviertel.

FrankfurtDas Brötchen beim Bäcker, die Spende in der Kirche oder das Ticket für den Bus – in Schweden kann das alles bargeldlos bezahlt werden. In Deutschland ist dies anders: Als bekannt wurde, dass die Bundesregierung eine Bargeldobergrenze für Zahlungen ab 5.000 Euro einführen wolle, gab es heftigen Widerspruch. Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld und zahlen lieber mit Münzen und Scheinen, weshalb sie für Engpässe bei der Versorgung mit Barem ziemlich wenig Verständnis zeigen. Erst recht, wenn das Problem mitten in der Bankenstadt Frankfurt auftaucht.

Ausgerechnet im Gutleutviertel westlich des Bankenviertels sind Bankautomaten Mangelware. SPD-Politiker und Fraktionsvorsitzender Oliver Strank sagte der „Frankfurter Neuen Presse“: „Das Gutleutviertel ist in diesem Punkt ein weißer Fleck im Ortsbezirk 1“. Die nächsten Automaten seien mehr als einen Kilometer entfernt.

Gerade für die Senioren in dem Stadtteil sei das ein Problem, berichtet die Zeitung. Das möchte die SPD jetzt ändern: Am Dienstag will sie einen Antrag an den Magistrat verabschieden, der dann Kontakt zu Sparkassen und Banken aufnehmen soll, um bis zu drei Geldautomaten aufzustellen.

Das Gutleutviertel ist mit seiner Automatenunterversorgung nicht allein. Überall in Deutschland schließen viele Sparkassen und Banken ihre Filialen – gerade auf dem Land. Niedrige Leitzinsen machen die Margen im Kreditgeschäft kaputt und belasten besonders die kleineren Häuser. Zudem bleiben in vielen Geschäftsstellen die Kunden aus. Die DZ Bank prognostizierte 2015: Bis 2030 dürfte die Zahl der Filialen insgesamt unter 20.000 sinken – ein Minus von 40 Prozent.

Dafür gibt es schon genug Beispiele: So schließt die Sparkasse Vogtland 27 Filialen. Auch die Sparkasse Wetzlar kommt bei ihren Plänen auf einen Anteil von 40 Prozent am bisherigen Filialnetz. Und nicht nur das Filialnetz wird kleiner. Zwar gab es laut Bundesbank rund 2014 rund 56.790 Bankautomaten in Deutschland, doch nicht immer sind die gut zu erreichen.

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Kein Bargeld in der Bankenmetropole

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Heftige Proteste für die Automaten

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