Geldverschwendung, Unterschlagung, Fahrlässigkeit Prüfer decken Schlampereien auf

Prüfer der Kassenaufsicht haben Verschwendung bei Krankenkassen aufgedeckt – und das im großen Stil. In einem besonders absurden Fall ließ eine Krankenkasse einen Versicherten für viel Geld von einem Detektiv beschatten.
Update: 14.08.2012 - 12:45 Uhr 10 Kommentare
Illustartion: Eine Auswahl von Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen. Quelle: dpa

Illustartion: Eine Auswahl von Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen.

(Foto: dpa)

BonnAuf dem Milliardenmarkt der gesetzlichen Krankenversicherung haben Prüfer mehrere Fälle von Verschwendung, Unterschlagung und ungeschickter Anlage von Versichertengeld aufgedeckt. Das Bundesversicherungsamt berichtete davon in seinem jüngsten Tätigkeitsbericht, wie zuerst die „Bild“-Zeitung meldete.

So zahlte eine Kasse für die Beschattung einer Versicherten mehr als 10.700 Euro an eine Detektei, obwohl es in dem möglichen Fall von Missbrauch beim Krankengeld um einen Schaden von nur knapp 15 Euro täglich ging. Die Prüfer stuften das Vorgehen der Kasse als "grob fährlässig" ein - Aufwand und Ziel stünden "in einem krassen Missverhältnis".

Außerdem halfen die Prüfer bei der Aufdeckung eines Unterschlagungsfalls. Dabei soll eine Krankenkassen-Mitarbeiterin über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren 213 unrechtmäßige Überweisungen über insgesamt gut 459.000 Euro veranlasst haben.

In einem anderen Fall stellten die Prüfer fest, dass eine Kasse zuletzt regelmäßig Betriebsfeste und Personalversammlungen "mit kostenträchtigen Bewirtungen" für die Mitarbeiter ausgerichtet hatte. Die Kasse wurde darauf hingewiesen, dass solche internen Veranstaltungen nicht aus Repräsentations- und Bewirtungsmitteln bestritten werden dürfen.

Zudem griffen die Prüfer den Fall einer Krankenkasse auf, die für ihre Hauptverwaltung für die Dauer von zehn Jahren hochwertige Büroflächen angemietet hatte. Allerdings stand der überwiegende Teil der gemieteten knapp 4800 Quadratmeter anschließend leer - von 117 vorhandenen Arbeitsplätzen waren nur rund 40 belegt.

Strafrechtliche Ermittlungen
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10 Kommentare zu "Geldverschwendung, Unterschlagung, Fahrlässigkeit: Prüfer decken Schlampereien bei Krankenkassen auf"

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  • es wurde schon ein Beitrag in der Umschau am 23.06.2009 20.15 Uhr vom MDR gebracht,das die Kassen Geld verschwenden.Was hat sich bis jetzt getan ? garnichts.Und so wird es jetzt auch wieder sein.Erst kommt was ans Licht und dann kommt der Mantel des schweigens,schnell alles vertuschen und es geht im alten gewohnten Trott weiter.Solange die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden wird sich nichts ändern.Und es ist nicht nur die Geldverschwenderei,die Kassen haben noch ganz andere Sachen auf Lager von denen ich selbst auch ein Lied singen kann.

  • Deutschland erlaubt sich rund ein Fünftel seines BIP in diesen Krankenkassen-Sumpf zu versenken.
    Es findet en Gros und auch en Detail keine Kontrolle dieser Milliarden an Beiträgen statt. Wer sollte das sein, außer die Krankenkasse selbst. Sie kontrolliert sich.
    Anders ist auch nicht zu erklären, daß wir heute noch Krankenkassen haben, die durch Beiträge anderer Krankenkassen (also durch Beiträge von Nicht-Mitgliedern) von ihrer eigenen Pleite abgehalten werden.
    Wann fängt der Bundesverband deutscher Krankenkassen an, seine Pleite-Mitglieder nicht länger zu sanieren, sondern abzuwickeln?
    Wer bei diesen Größenordnungen glaubt, daß da ein hergelaufenes politisches Bundesversicherungsamt (von aller Welt und Berlin in Bonn vergessen) etwas bewirken könne muß ein gewaltiger Träumer sein.

  • Würde man gegen alle Verantwortlichen Entscheider vorgehen und entsprechende Schadensersatzforderungen stellen bis hin zur konsequenten strafrechtlichen Verfolgung wegen bandenmäßiger Unterschlagung, düfte es sich schnell Erledigen mit dem verantwortlungslosen Umgang von Beitragsgeldern. Ein faules Ei in der Verwaltung zerschlägt jegliche Bemühungen betriebswirtschaftlichen Handelns.

  • " Geldverschwendung, Unterschlagung, Fahrlässigkeit:
    . Prüfer decken Schlampereien bei Krankenkassen auf "

    Ja irgendwoher MÜSSEN ja schließlich die 19 Milliarden Euro kommen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit dem Ziel der elektronischen Gesundheits-AKTE, also dem "Gläsernen Menschen". Natürlich NUR unter Berücksichtigung "ALLERSTRENGSTEN" Datenschut-zes. (Ich lach mich kaputt!)
    Am 29.06.2012 schreibt Dr. Klaus G. unter http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/816809/e-patientenakte-viele-vorteile-aerzte-patienten.html :
    " Für Lieschen Müller und ihr Überbein
    interessiert sich doch kein Schwein.
    Für die Libido der Frau Doktor Merkel
    aber interessiert sich jedes Ferkel. "

    Geht’s noch deutlicher?

  • alles nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" Wo ist hier der Staatsanwalt der Anklage wegen Betrug und Veruntreuung stellt ?

  • Es ist einfach nur eine Schande wie man mit dem Geld der Versicherten umgeht !
    Und anstatt den Bürger davor zu schützen, unterstützt die Politik solche Machenschaften in dem man es nicht für nötig hält hier die Kassen in die Schranken zu weisen.

  • Der Komplex der Krankenversicherungen stellt einer der größten Umverteilungsmechanismen in Deutschland dar, wobei ale Beteiligten versuchen, sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu sichern. Der einzige, der nichts zu melden hat, ist der Beitragszahler. Er muß zahlen, er hat weder die Wahl zwischen verschiedenen Tarifen noch die Wahl, ganz auszusteigen. Dafür wird er gezwungen, ein vollkommen intransparentes System zu füttern, dessen vorrangiges Ziel keineswegs die Gesundheit der Patienten ist - ganz im Gegenteil. Zu diesem Zweck werden dann auch irgendwelche gefährliche Pandemien erfundenen, gegen die man sich unbedingt impfen lassen muß.

  • Wenn eine Verwaltung Geld bekommt, für die sie nicht haften muß, dann wird eben immer der bequemste Weg beschritten.

    Fremdes Geld kann ich auch gut ausgeben ...

  • Herr Schäuble entzieht den Krankenkassen jedes Jahr viele Milliarden, um das Geld den Griechen zu schneken.

    Das ist Betrug udn Raub

  • Wichtiger wären Prüfer für die Verschwendung von Steuergeldern! Der Schaden durch Steuergeldverschwender ist höher als der Schaden durch Steuerhinterzieher!!! Doch was macht der Staat! NICHTS!!!
    Steuergeldverschwender gehören genauso hart verfolgt und auch bestraft (!) wie Steuerhinterzieher!

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