Geldwäsche-Affäre in Russland
Deutsche Bank hält Entlassungen für gerechtfertigt

Die Deutsche Bank steht in Russland wegen einer Geldwäsche-Affäre unter Druck. Mehrere Mitarbeiter mussten gehen – der ehemalige Chef-Händler wehrt sich dagegen. Nun geht der Schlagabtausch in die nächste Runde.

MoskauDer Schlagabtausch zwischen der Deutschen Bank und ihrem ehemaligen Chef-Händler in Russland, Tim Wiswell, geht in eine neue Runde. Das Geldhaus erklärte am Mittwoch, es halte die Entlassung des Managers für gerechtfertigt. Wiswells Vorwürfe seien unbegründet und man werde sich dagegen verteidigen. Nach wie vor stehe die Aufklärung dubioser Geschäfte im Vordergrund, dazu arbeite die Bank mit den Behörden zusammen.

Deutschlands größtes Kreditinstitut steht wegen einer Geldwäsche-Affäre in Russland im Visier der Behörden und hat deshalb mehrere Mitarbeiter seiner Moskauer Niederlassung vor die Tür gesetzt. Wiswell ist einer von ihnen. Er geht allerdings juristisch gegen seinen Rauswurf vor und hat Klage eingereicht, wie seine Anwältin in der vergangenen Woche sagte. Alle Aktien-Geschäfte, die Wiswell getätigt habe, seien der Compliance-Abteilung der Bank bekannt gewesen. Wiswells Anwältin hegt den Verdacht, dass ihr Mandant in Wahrheit aus einem anderen Grund gefeuert wurde: Er habe Geschäfte mit einem Kunden gemacht, der Personen nahestehe, gegen die wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine Sanktionen verhängt wurden.

Behörden rund um den Globus gehen dem Verdacht nach, dass russische Kunden über die Deutsche Bank Schwarzgeld im Wert von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen haben. Das Institut gab im September bekannt, das Investmentbanking in Russland aufzugeben. In der Vermögensverwaltung, dem Zahlungsverkehr und der Exportfinanzierung will die Bank in dem Land präsent bleiben, Kunden sollen Insidern zufolge aber strenger ausgesiebt werden. Deutsche-Bank-Manager Werner Steinmüller kündigte kürzlich im Reuters-Interview an, dass die Frankfurter Millionen in Kontrollsysteme investieren werden, um Geldwäsche zu verhindern und um die Herkunft von Geldern noch besser nachzuvollziehen zu können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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