Geldwäsche bei der Deutschen Bank
„Die Bank muss die Nadel im Heuhaufen finden“

Die Deutsche Bank muss sich mit Vorwürfen der Geldwäsche in Russland herumschlagen. Jetzt will das Institut sich mit einem eigenen System besser gegen Betrug rüsten. Doch das ist gar nicht so einfach.

FrankfurtDie Deutsche Bank will Millionen für die Abwehr von betrügerischen Geschäften in die Hand nehmen. Investitionen in Kontrollsysteme, um Geldwäsche zu verhindern und um die Herkunft von Geldern noch besser nachzuvollziehen, hätten derzeit oberste Priorität, sagte Deutsche-Bank-Manager Werner Steinmüller in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview.

„Die Anforderungen in diesem Bereich nehmen weltweit zu – das ist für alle Banken eine große Herausforderung.“ Die Bank steht derzeit wegen einer Geldwäsche-Affäre in Russland im Visier der Behörden. Steinmüller leitet bei Deutschlands größtem Geldhaus das Global Transaction Banking (GTB), das für den Zahlungsverkehr und die Handelsfinanzierung zuständig ist.

Wenn es Wirtschaftssanktionen gegen Länder, Unternehmen oder Personen gebe, könnten Banken diese in ihren Systemen eintragen und Verstöße relativ einfach verhindern, sagte der 61-jährige Unterfranke. „Bei Betrügereien ist es schwieriger. Die Institute müssten Algorithmen programmieren, um verdächtige Geschäfte erkennen. Ein bekanntes Betrugs-Schema lässt sich relativ schnell identifizieren, bei neuen Betrugsmethoden über Länder- und Währungsgrenzen hinweg ist das deutlich schwieriger.“

Die Deutsche Bank wickle im Zahlungsverkehr pro Tag 200.000 bis 300.000 Transaktionen ab, betonte Steinmüller. „Sie müssen die Nadel im Heuhaufen finden.“ Behörden rund um den Globus gehen derzeit dem Verdacht nach, dass russische Kunden über die Deutsche Bank Schwarzgeld im Wert von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen haben. Das Institut gab kürzlich bekannt, das Investmentbanking in Russland aufzugeben. GTB bleibt in dem Land dagegen aktiv. Die Kunden sollen Insidern zufolge aber strenger ausgesiebt werden, um keine weiteren Rückschläge einzustecken.

„Ein großes Netzwerk ist im Zahlungsverkehr und in der Handelsfinanzierung essenziell“, erklärte Steinmüller. „Ich bin bestrebt, dass weltweite Angebot von GTB beizubehalten. In den vergangenen Monaten haben wir stark davon profitiert, dass Wettbewerber ihr Netzwerk eingedampft und sich aus bestimmten Märkten zurückgezogen haben.“

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