Geldwäsche-Ermittlungen

US-Behörde will Auskunft von Deutscher Bank

Im Mai teilte die Deutsche Bank mit, dass einige ihrer Moskauer Händler im Zuge interner Untersuchungen beurlaubt wurden. Jetzt fordert die Bankenaufsicht in New York mehr Informationen von dem Institut.
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Eine „kleine Zahl von Händlern in Moskau“ sei im Zuge der Ermittlungen beurlaubt worden, teilte die Deutsche Bank Mitte Mai mit. Quelle: Reuters
Beurlaubung

Eine „kleine Zahl von Händlern in Moskau“ sei im Zuge der Ermittlungen beurlaubt worden, teilte die Deutsche Bank Mitte Mai mit.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Deutsche Bank muss der New Yorker Bankenaufsicht wegen der Ermittlungen im Geldwäsche-Verdacht in Russland offenbar mehr Informationen geben. Die als hart geltende Behörde Department of Financial Services (DFS) habe vergangene Woche formal E-Mails, Mitteilungen, Kundenlisten und weitere Details angefordert, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag in New York. Die Deutsche Bank verwies wie bereits zuvor in diesem Zusammenhang auf laufende interne Untersuchungen, bis zu deren Abschluss eine kleine Zahl von Händlern beurlaubt sei.

Laut früheren Berichten besteht der Verdacht, dass Kunden der Deutschen Bank über bestimmte Finanzgeschäfte an den Behörden vorbei Rubel etwa in US-Dollar getauscht haben. Dabei könnte unter anderem auch gegen bestehende Sanktionen verstoßen worden sein.

Die Deutsche Bank hatte Mitte Mai auf einen Bericht des „Manager Magazins“ hin bestätigt, dass sie „eine kleine Zahl von Händlern in Moskau“ beurlaubt habe bis eine interne Untersuchung abgeschlossen sei. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin war eingeschaltet worden.

Anfang Juni hatte Bloomberg berichtet, dass es bei dem Geldwäsche-Verdacht in Russland um Transaktionen über möglicherweise rund 6 Milliarden US-Dollar (5,4 Mrd Euro) geht. Der Zeitraum der Untersuchung umfasst demnach die Jahre 2011 bis Anfang 2015. Zudem hieß es damals, dass sich die DFS in die Untersuchung eingeschaltet hat.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt wegen Rechtsstreitigkeiten tief in die Tasche greifen müssen. Im Mai war das Frankfurter Geldhaus wegen der Verwicklungen in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze von britischen und amerikanischen Behörden zu einer Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar verdonnert worden.

Das Banken-Chamäleon
Zeugnis der Anfangstage
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Der 10. März 1870 ist der Gründungstag der Deutschen Bank. Standort war damals nicht Frankfurt, sondern Berlin. Gründer waren Privatbankier Adelbert Delbrück und der Politiker Ludwig Bamberger. Erster Vorstandssprecher ist Georg von Siemens. Im Gründungsstatut wird die Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstrichen: „Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten.“ Eine klare Ausrichtung des jungen Instituts.

Hauptsitz in Berlin
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So sah die Zentrale der Deutschen Bank in Berlin aus, hier auf einer späteren Aufnahme aus dem Jahr 1929. Ab 1880 finanzierte die Bank zunehmend Industrieprojekte. Der Ausbau des Filialnetzes hatte zunächst keine Priorität, die meisten Geschäfte wurden aus Berlin abgewickelt.

Frankfurt kommt erst später
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Weiteres Standbein ist von Beginn an das Einlagengeschäft. Bis 1873 eröffnet die Bank Filialen in Bremen, Hamburg, Yokohama, Schanghai und London. London ist schon damals die wichtigste Auslandsniederlassung. Die Filiale in Frankfurt am Main, heute der Hauptsitz, öffnet erst 1886. Im Bild die Niederlassung an der Frankfurter Kirchnerstraße anno 1914.

Filiale in der Fuggerstadt
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Die Filialen prägten natürlich auch nicht überall das Stadtbild, so wie in Berlin und später in Frankfurt. Diese Aufnahme zeigt die Straßen von Augsburg zur Jahrhundertwende – also 1900.

Geschäftssitze im Wandel der Zeit
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Gegen Ende des ersten Weltkriegs entstand dieses Foto von kaiserlichen Militärs vor der Niederlassung in Bremen. An der Filiale in der Hansestadt lässt sich der Wandel im Stadt- und Bankenbild gut illustrieren.

Bremen 50 Jahre später
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Das historische Gebäude am Domshof blieb der Handelsstadt Bremen erhalten. Das Umfeld hat sich komplett verändert – das gilt auch für Geschäftsfelder. Auf Wandel musste das Institut in seiner Geschichte immer wieder reagieren.

Neuausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg
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Mit Ende des Erste Weltkriegs war auch das Auslandsvermögen des Instituts verloren. Die schwierige Wirtschaftslage nebst Inflation in der Weimarer Republik macht es der Deutschen Bank nicht einfach. Im Bild ein Kassenschalter aus dem Jahr 1920.

Die Reihe von Rechtsstreitigkeiten und die hohen Kosten dafür waren ein Grund für den Rückzug der beiden Deutschen-Bank-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Letzterer ist schon nicht mehr an Bord. Sein Nachfolger ist der frühere UBS-Finanzvorstand John Cryan. Fitschen bleibt noch bis Mai kommenden Jahres Co-Chef.

  • dpa
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