Gemischte Bilanz 2005: SEB strauchelt kurz vorm Ziel

Gemischte Bilanz 2005
SEB strauchelt kurz vorm Ziel

Die schwedische Großbank SEB, die auch mit Filialen in Deutschland vertreten ist, hat 2005 einen Rekordgewinn verbucht. Das Schlussquartal enttäuschte jedoch.

HB STOCKHOLM. Von Oktober bis Dezember sei ein operativer Gewinn (Ebit) von 2,53 Mrd. Schwedischen Kronen (etwa 272 Mill. Euro) verbucht worden, teilte SEB am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt mit deutlich mehr gerechnet, nämlich 2,93 Milliarden Kronen. Allerdings schlugen im Quartal 890 Millionen Kronen an Aufwendungen für nicht genutzte Büroräume zu Buche – ohne diese Einmalbelastung hätte die Bank die Erwartungen übertroffen.

„Insgesamt ist das ein etwas gemischtes Bild“, sagte ein Analyst. „Die Kosten waren höher als erwartet, zugleich legten die Erträge aber deutlich zu, vor allem getrieben durch das höhere Finanzanlageergebnis.“

Die skandinavischen Banken haben 2004 und 2005 ein Rekordjahr erlebt, das durch eine wirtschaftliche Belebung und kräftige Nachfrage im Immobilienfinanzierungsgeschäft getrieben wurde. SEB selbst verbuchte mit 11,22 Milliarden Kronen im vergangenen Jahr das beste Ergebnis in der Firmengeschichte. Die Anteilseigner sollen deshalb als Dividende 4,75 Kronen je Aktie erhalten. 2004 waren es 4,35 Kronen gewesen.

Der Boom könnte bald abflauen

SEB ist im Vergleich zu den Konkurrenten noch weitaus stärker im Investmentbanking sowie im Geschäft mit Großkonzernen tätig. Zudem haben die Schweden eine starke Präsenz in der baltischen Region, deren Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten glänzt.

Analysten werfen mittlerweile aber die Frage auf, ob die skandinavischen Institute 2006 nochmals zulegen können. Der SEB-Rivale Jyske Bank aus Dänemark etwa rechnet im laufenden Jahr bereits mit einem Gewinnrückgang. Bei SEB zeigt sich hingegen keine Verlangsamung des Wachstums.

Im vierten Quartal verbuchte das Institut Erlöse von 9,54 Mrd. Kronen – Analysten hatten mit lediglich 8,58 Mrd. Kronen gerechnet. Das Finanzanlageergebnis kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal von 532 auf 890 Millionen Kronen. Die Risikovorsorge für faule Kredite erhöhte sich von 188 auf 331 Millionen Kronen allerdings kräftig und fiel damit höher als erwartet aus.

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